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25 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2012
BUND aktuell
Alte Bäume schützen:
BUND und Landesforsten stellen Wanderbroschüre vor
Bei einer Exkursion durch das Gehege Krummland (Hüttener Berge) hat der BUND Schleswig-Holstein zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten seine neue Wanderbroschüre „Wege zu alten Bäumen in Schleswig-Holstein“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Naturwanderführer soll Touristen und Einheimische zum Wandern durch alte Waldbestände und Alleen oder zu besonderen Einzelbäumen in Schleswig-Holstein anregen.Die handliche und wasserabweisende Broschüre stellt 22 Wanderstrecken durch acht schleswig-holsteinische Landkreise sowie durch Lübeck vor. „Wir möchten möglichst viele Menschen einladen, die Schönheit der schleswig-holsteinischen Landschaft und insbesondere alter Bäume zu erfahren. Nur wer die Natur kennt, wird sie auch schützen wollen“, sagt Hans-Jörg Lüth, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Die Natur in unserer Umgebung ist nicht nur für die Naherholung unverzichtbar, sondern zieht auch zahlreiche Touristen an.“
Sechs der dargestellten Routen führen durch Waldgebiete der Landesforsten, die Kooperationspartner der Wanderbroschüre sind. „Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten setzen sich für eine nachhaltige Nutzung des Waldes ein“, so Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Gemeinsam mit dem BUND wollen wir Waldbesucherinnen und -besuchern die Besonderheit dieser Lebensräume näher bringen, um deren Schutz und Erhalt langfristig zu fördern“. Darüber hinaus informiert der Wanderführer, warum alte und abgestorbene Bäume für den Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden müssen. Von 800 Käferarten in Schleswig-Holstein, die auf den Lebensraum Holz angewiesen sind, gilt über die Hälfte als gefährdet.
Der Naturwanderführer wurde von BINGO! Die Umweltlotterie gefördert. Er ist gegen Portokosten über die BUND-Landesgeschäftsstelle in Kiel erhältlich.
BUND gibt Gartentipps
Ab Mittwoch, dem 15. Mai bietet der BUND-Landesverband für die Dauer einer Gartensaison praktische Beratung per Telefon an. Gärtnermeister Dieter Gruhl möchte Gartenfreunde ermutigen, ihren Garten naturnah umzugestalten. „Die Natur bekommt in Wirklichkeit in unseren Gärten eher selten Gelegenheit, sich zu entfalten“, so Gruhl. Auf interessierte Gartenbesitzer warten Tipps zur standortgerechten Bepflanzung und Sortenwahl sowie zum Gärtnern ohne Gift.Hausgärten besitzen ein leider nur unzureichend ausgeschöpftes ökologisches Potential. Jeder Gartenbesitzer kann zur Verbesserung des Klimas und zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen, so der BUND. Mehr Wildnis und weniger Ordnung bringen Schmetterlinge und Bienen in den Garten. Für Gärtner bedeutet dies manchmal sogar weniger Arbeit.
Anfragen zur Gartenberatung:
Dieter Gruhl, Tel. 0431-66060-31; dienstags und donnerstags 9.00 bis 12.00 Uhr
BUND ruft zur Erhaltung alter Bäume auf
Zum „Tag des Baumes“ am 25. April ruft der BUND auf, alte und abgestorbene Bäume als wertvollen Lebensraum für gefährdete Tiere und Pilze zu erhalten. „Alte und abgestorbene Bäume sind wichtig für die Artenvielfalt und können durch Neupflanzungen nicht ersetzt werden“, informiert Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband. Etwa 800 Käferarten in Schleswig-Holstein sind existenziell auf Totholz angewiesen. Davon gilt über die Hälfte als gefährdet. Der BUND empfiehlt Gartenbesitzern, ihre Bäume nach Möglichkeit bis zu deren natürlichen Ende im Garten zu belassen. Und selbst nach ihrem Tod sollten Bäume im Garten integriert werden, damit sie der Tierwelt weiterhin als Lebensraum zur Verfügung stehen. „Alte Bäume gehören zum natürlichen Kreislauf in der Natur und sollten auch nach ihrem natürlichen Ableben in der Landschaft verbleiben dürfen“, betont Birte Pankau. Bäume in Wäldern, Alleen, Knicks, Gärten und Parks stellen ein unersetzbares Refugium für seltene und gefährdete Tier-, Pflanzen- und Pilzarten dar. Insekten, Vögel und Pilze benötigen alte Bäume mit absterbenden Ästen, Nischen und Höhlen als Ruhe-, Nahrungs- und Fortpflanzungsstätte. Gerade ein toter Baum wird von vielen Organismen, vor allem von Käfern und Pilzen, besiedelt.
In Gärten oder Parks können stehende oder liegende Stämme abgestorbener Bäume mit einheimischen Kletterpflanzen wie Efeu oder Waldrebe berankt werden. Große Exemplare eignen sich als Begrenzung für Beete und Wege oder als natürliche Sitzgelegenheit. Einzelne tote oder abgeschnittene Äste und Zweige können aufgeschichtet als sogenannte Totholzhaufen oder -hecke einen Lebensraum für Igel und Insekten schaffen.
Stille Wasser adieu: Unterwasser-Lärm macht Meerestiere krank
Der heutige Tag gegen Lärm erinnert uns daran, dass wir in einer Umgebung leben, in der Lärm unvermeidbar ist. Doch die Belastungen begrenzen sich nicht auf Land und Mensch, auch unter Wasser ist die Geräuschkulisse mittlerweile so groß, dass man von einer Lärmverschmutzung sprechen muss. Sonar, Rammarbeiten bei Offshore-Baumaßnahmen oder Unter-Wasser-Sprengungen sind extrem laut und gehen oft weit über die 200 Dezibel-Marke hinaus. Lärm ist zu einer erheblichen Belastungsquelle unter Wasser geworden. Tiere werden aus ihrem Lebensraum verscheucht, es kommt zu Stress und Krankheiten. „Besonders betroffen sind unsere heimischen Schweinswale“, so Diplom-Biologin Stefanie Sudhaus vom BUND. „So führt der Lärm zu Trennung von Mutter und Kalb. Hohe Schallpegel führen zu Schädigungen von inneren Organen, zu Desorientierung und letztlich auch zum Tod.“
Schall breitet sich unter Wasser viermal so schnell und über eine viel größere Entfernung aus als an der Luft. Deshalb stellt der starke Schiffsverkehr eine zusätzliche permanente Belastung dar. Schiffslärm und Sonar liegen genau in dem Frequenzbereich von ca. 50 bis 400 Herz, die Meeressäuger für ihre Kommunikation nutzen. Töne im niedrigen Frequenzbereich werden über besonders weite Strecken übertragen und sind deshalb für die Verständigung und Orientierung der Tiere lebensnotwendig. Nicht nur die Kommunikation von Walen, sondern auch die mancher Fischarten, wie zum Beispiel des Knurrhahns, sind von der Lärmverschmutzung betroffen. „Lärm macht nicht nur Menschen krank, sondern auch unsere Meerestiere“, stellt Stefanie Sudhaus fest. „Wir müssen alles tun, die Schallproduktion im Meer zu reduzieren, um das Überleben der Meerestiere zu sichern. Bei Unter-Wasser-Baumaßnahmen und Munitionssprengungen muss die bestverfügbare Technik zur Schallreduktion eingesetzt werden, um Maximalwerte von 160 Dezibel einzuhalten und beim Schiffsbau müssen neue Techniken zur Reduktion von Schiffslärm umgesetzt werden.“
Castoren
Schleswig-Holstein darf nicht bundesweites Atommülllager werden
Die angekündigte Bereitschaft der Landesregierung, in Schleswig-Holstein Castoren aus Sellafield aufzunehmen, findet grundsätzlich die Zustimmung des BUND. Voraussetzung sei aber eine faire Lastenteilung und keine zusätzliche Belastung in der Region. Kritisiert wird vom BUND, dass bisher keine zahlenmäßige Begrenzung vorgesehen ist und dies offensichtlich einem Kuhhandel überlassen werden soll. „Keiner möchte den Atommüll zwischenlagern, doch er wurde in Deutschland leider produziert. Wir haben Verantwortung für unseren eigenen Müll.“, warnt Hans-Jörg Lüth, Stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Wir haben ebenso Verantwortung für die Menschen in der Region, die ohnehin die Altlasten zweier Atomkraftwerke und den Betrieb von Brokdorf ertragen müssen. Eine zusätzliche Belastung wäre nicht hinnehmbar.“
Der BUND kann sich daher eine Zwischenlagerung von Castoren aus Sellafield in Brunsbüttel nur unter klaren Rahmenbedingungen vorstellen. Die Dauer der Zwischenlagerung muss zeitlich begrenzt werden, eine Zeitüberschreitung dabei durch Sanktionen ausgeschlossen werden. Eine Zwischenlagerung darf nur unter Einhaltung der höchstmöglichen Sicherheitsstandards nach einem neuem transparenten Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der Bevölkerung erfolgen, es dürfen keine Kompromisse auf Kosten einer Gefährdung von Gesundheit und Umwelt gemacht werden. Weiterhin darf der Rückbau des AKW Brunsbüttel nicht behindert werden. Die Kosten dürfen nicht von der Allgemeinheit, sondern müssen allein von den AKW-Betreibern getragen werden. Die Zahl der Castoren muss klar benannt und begrenzt werden. „Schleswig-Holstein sollte nur so viele Castoren aufnehmen, wie die Schleswig-Holsteinischen Atomkraftwerke an Atommüll produziert haben.“, fordert Hans-Jörg Lüth vom BUND. „Die Gesamtbelastung für die Bevölkerung darf nicht noch weiter steigen. Sollte es sicherheitstechnisch und rechtlich möglich sein, weitere Castoren hier zwischenzulagern, muss dies an eine entsprechende Laufzeitverkürzung des AKW Brokdorf gekoppelt sein.“
Pro Jahr wird im AKW Brokdorf Atommüll für die Beladung von ca. 2,5 Castoren produziert
Gemeinsame Pressemitteilung BUND, NABU und WWF vom 13. März 2013
Stellnetzfischerei: Ausstieg in Sicht
Vorbild Schleswig-Holstein: Umweltverbände fordern konsequenten Schutz von Walen und Seevögeln.
Berlin / Kiel, 13.03.2013 Die Umweltorganisationen BUND, NABU und WWF fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme den mittelfristigen Ausstieg aus der Stellnetzfischerei in deutschen Meeresschutzgebieten. Zugleich loben sie die geplanten Ansätze und Sofortmaßnahmen des Ministers für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein. So soll nach Änderung der Küstenfischereiverordnung noch in diesem Jahr die schädliche Fischereimethode in Schutzgebieten begrenzt werden, damit Beifang von Seevögeln und Schweinswalen vermieden wird und diese nicht weiter in den Netzen ertrinken. Außerdem sieht der Plan vor, alternative Fangmethoden zu fördern und zu erproben. Auch ein begleitendes Monitoring der Beifänge soll durchgeführt werden. Ziel einer solchen „Paketlösung“ müsse es sein, so die Umweltorganisationen, die handwerkliche Küstenfischerei zu erhalten und zugleich mit dem Meeres- und Walschutz in Einklang zu bringen. Zu diesem Zweck sei es notwendig, in den Flachwasserzonen von Vogelschutzgebieten die Stellnetzfischerei zumindest saisonal zu begrenzen und in den Konzentrationsgebieten der Schweinswale im Sommer einzustellen, aber auch umweltverträgliche Alternativen aktiv zu fördern.
Mittelfristig fordern BUND, NABU und WWF einen kompletten Ausstieg aus der Stellnetzfischerei und den Verzicht auf wirtschaftliche Nutzung auf mindestens der Hälfte der Fläche deutscher Meeresschutzgebiete. Um die Bestände des Schweinswals und tauchender Seevögel dauerhaft zu schützen und den Meeresboden nicht zu schädigen sei auch außerhalb der Schutzgebiete eine Umstellung der Fischerei auf naturverträgliche Fangtechniken erforderlich, so BUND, NABU und WWF . Die Initiative des für Umwelt und Fischerei zuständigen Ministers Dr. Robert Habeck im schleswig-holsteinischen Küstenmeer sei nicht nur ein viel versprechender Versuch, zwischen den Interessen einen Konsens zu finden, sondern zudem richtungsweisend für Maßnahmen in den Schutzgebieten in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone. Für diese Meeresgebiete wurden, so die Kritik der Verbände, längst Fachvorschläge erarbeitet. Diese seien jedoch von den für Umwelt bzw. Fischerei zuständigen Bundesministerien auf Eis gelegt wurden.
Gemeinsam für die Natur - AÖZA und BUND kooperieren
Seit gestern ist es amtlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Schleswig-Holstein (BUND) e. V. und das Archäologisch-ökologische Zentrum in Albersdorf (AÖZA) wollen künftig zusammen arbeiten. AÖZA ist eine vom Land anerkannte Bildungseinrichtung für Nachhaltigkeit, die jährlich von zirka 30.000 Gästen besucht wird. Vorrangige Ziele der Kooperation des BUND-Landesverbandes mit dem Bildungszentrum in Albersdorf sind eine Stärkung des ökologischen Grundwissens in der Bevölkerung, insbesondere die Vermittlung von Artenkenntnissen. Mit Beginn des nächsten Jahres sollen für Touristen wie für Einheimische gemeinsam naturkundliche Vorträge und Exkursionen angeboten werden. Auf dem AÖZA-Gelände sind praktische Naturschutzprojekte wie der Bau von Insektenhotels, die Anlage von Blühflächen, Streuobstwiesen, naturnahe Hecken und Tümpeln geplant. In beider Interesse liegt die Schaffung halboffener Weidelandschaften in der Region. Langfristiges Ziel soll die Etablierung eines gemeinsamen Naturschutzzentrums für die schleswig-holsteinische Westküste sein.
„Die frisch besiegelte Kooperation und die projektbezogene Einbeziehung der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein könnten über Albersdorf hinaus auch für die Kommunen des Amtes Mitteldithmarschen und den Kreis zu einer deutlichen Steigerung der touristischen Attraktivität des Standortes führen“, prognostiziert Rolf Martens vom BUND-Landesvorstand. „Besonders freuen wir uns, dass wir für die Natur liebenden Touristen weitere Naturerlebnisangebote schaffen können.“
Stopp des Flächenfraßes
Kiel/Berlin: Zum Treffen der Umweltminister fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Stopp des Flächenfraßes. Täglich gehe in Deutschland wertvolle Natur verloren, weil sich die industrielle Landwirtschaft ausweite und unnötig Verkehrswege oder Industrieanlagen in die Landschaft gebaut würden. Die Umweltminister der Länder müssten endlich ihre Hausaufgaben machen. Noch immer übersteige der Flächenverbrauch die Wiederherstellungsquote von Flächen. „Gerade unser grüner Umweltminister als Vorsitzender der Umweltministerkonferenz in Kiel muss auf bundesweit hohe Qualitätsmaßstäbe und eine erfolgreiche Regeneration bereits zerstörter Umwelt dringen“, so BUND-Landesgeschäftsführerin Dr. Ina Walenda. „Leider ist Schleswig-Holstein bundesweit trauriger Spitzenreiter bei der Flächenversiegelung. Schleswig-Holstein muss endlich mit gutem Beispiel voran gehen und bereits jetzt das 0-Hektar-Ziel beim Flächenverbrauch anvisieren. Jeder weitere Quadratmeter Asphalt auf einer vorher unversiegelten Fläche ist einer zu viel.“
Im nördlichsten Bundesland gingen Tag für Tag 4,2 Hektar unverbauter Boden für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren. Schleswig-Holstein habe den höchsten Zuwachs bei der Flächenversiegelung bundesweit. Der stetige Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen führe zu negativen Folgen für den Wasserhaushalt, die Artenvielfalt und die Bodenfunktion und vernichte dauerhaft wertvolle Flächen für die Landwirtschaft. Schäden, die bis zum Erreichen des 0-Hektar-Ziels noch entstünden, müssten konsequent durch tatsächliche Naturschutzmaßnahmen kompensiert werden. „Es gilt, den Rahmen des gesetzlich Möglichen voll auszuschöpfen, um endlich ernst mit dem Schutz von Natur und Landschaft zu machen. Gelegenheit dazu gibt die neue Kompensationsverordnung des Bundes, die laut Bundesumweltministerium dieses Jahr fertig gestellt werden soll. Sie schreibt erstmals bundeseinheitliche Kriterien zum Ausgleich und Ersatz von Schäden an der Natur vor, die durch Siedlungs- und Straßenbau entstehen“, so Magnus Wessel, Naturschutzexperte des BUND-Bundesverbandes.
Bei Ausgleich und Ersatz müsse die Dauerhaftigkeit und direkte Wirksamkeit der Naturschutzmaßnahmen gesichert werden, denn was dauerhaft zerstört werde, müsse auch dauerhaft wiederhergestellt werden. Dies betreffe insbesondere die sogenannten „Produktionsintegrierten Maßnahmen“ (PIK), die als ein Lösungsansatz gesehen werden, um auftretende Flächenkonkurrenzen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu minimieren. Dabei wird Naturschutz auch auf Flächen geschaffen, die weiter weitestgehend normal bewirtschaftet werden und heute zum Beispiel eine reine Mais- oder Rapswüste sind. Der BUND kritisierte, dass in diesem Zusammenhang von Gegnern der Eingriffsregelung die Kompensationsflächen des Naturschutzes als „Flächenverbrauch“ bezeichnet würden. Es handele sich im Gegensatz zu asphaltierten oder bebauten Flächen um naturnahe Biotopflächen mit positiven Wirkungen für Fauna und Flora, den Grundwasserschutz und die Bodenfruchtbarkeit. Diese Flächen dienten der Strukturverbesserung in ausgeräumten landwirtschaftlichen Fluren, als Rückzugsraum für Wildtiere und als Lebens- und Nahrungsraum für bestäubende Insekten. Somit profitiere davon auch die Landwirtschaft ganz unmittelbar von den Ausgleichsflächen.
Adressen deutscher Igelschutzvereine
Hier finden Sie eine Liste von Adressen deutscher regionaler Igelschutzvereine, an die Sie sich direkt wenden können, wenn Sie Ansprechpartner für die praktische Igelhilfe in Ihrer Nähe suchen.
Fischerei ist selbst für Fischrückgang verantwortlich
Die jüngsten Forderungen des Landesfischereiverbandes und des Landesjagdverbandes, die Jagd auf Seehunde wieder freizugeben, weist der BUND als „abwegig“ und „ethisch und moralisch verwerflich“ zurück. Der Abschuss von Seehunden würde außerdem gegen geltende Gesetze und internationale Abkommen verstoßen. „Zwar muss auch im Nationalpark Wattenmeer das ökologische Gleichgewicht beachtet werden“, so Rolf Martens, Jagdexperte des BUND Schleswig-Holstein. „Doch die Behauptungen von Fischern und Jägern werden durch keine wissenschaftlichen und vor allen Dingen unabhängige Untersuchungen belegt. Eine lediglich „gefühlte“ Überpopulation reicht auf gar keinen Fall aus, das seit 1974 bestehende Jagdverbot auch nur ansatzweise zu lockern. Im Übrigen lehnen wir die Jagd im Nationalpark grundsätzlich ab.“
Die durch den Landesfischereiverband ins Feld geführte Begründung, dass die im Flachwasserbereich heimischen Fischarten durch hohe Seehundbestände gefährdet würden, weist der BUND zurück. Für einen Artenrückgang in diesem Bereich wären vielmehr die seit Jahren bestehenden Überfischungen und insbesondere die erheblichen Mengen an unkontrolliertem Beifang ausschlaggebend. Ganz offensichtlich sollen mit den Seehunden unliebsame Nahrungs- und insbesondere Wirtschaftskonkurrenten dezimiert werden. Eine ähnliche Argumentation der Fischer gäbe es auch beispielsweise beim Kormoran oder sogar bei dem vom Aussterben bedrohten Fischotter. Nicht nachvollziehbar ist für den BUND die Stellungnahme des Landesjagdverbandes, ihr fehle es ebenso an objektiven Fakten. „Werden die Heuler in der Seehundstation des Landesjagdverbandes nur großgezogen, damit sie hinterher abgeschossen werden können?“, fragt Hans-Jörg Lüth, Stellvertretender BUND-Vorsitzender. „Wir sollten uns freuen, dass es wieder so viele Seehunde gibt. Darüber freuen sich übrigens nicht nur Naturschützer, sondern auch die Touristen, die die wichtigste wirtschaftliche Grundlage an der Westküste bilden.“
Der BUND weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Seehunde sowohl nach dem Bundjagdrecht als auch nach dem Landesjagdrecht in Schleswig-Holstein ganzjährig Schonzeit genießen. Mit dem Abkommen zur Erhaltung der Seehunde im Wattenmeer (Agreement on the Conservation of Wadden Sea Seals, CWSS) zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden sei der Seehundbestand seit 1991 im Wattenmeer sogar völkerrechtlich geschützt. Ebenso durch die Berner Konvention des Europarates vom 10.11.1979.
Niedersächsische Landesregierung verscherbelt die Elbe
Ministerpräsident McAllister bricht seine Versprechen von Otterndorf
Die BUND-Landesverbände Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein üben heftige Kritik an der heutigen Zusage des Niedersächsischen Landeskabinetts, das Einvernehmen zur Elbvertiefung zu erteilen. „Mit dieser Entscheidung hat Ministerpräsident McAllister sich für rund 100 Millionen Euro Steuergelder den Widerstand der niedersächsischen Elbgemeinden abkaufen lassen“, empören sich die Umweltverbände.Noch 2008 hatten Vertreterinnen und Vertreter aller im Niedersächsischen Landtag vertretenen Parteien in Otterndorf eine Erklärung verfasst, dass Niedersachsen einem weiteren Elbausbau nicht mehr zustimmen könne (siehe Anlage). Vor allem ging es um den Hochwasserschutz für die dort lebenden Menschen, die Wasserwirtschaft und die Ökologie.Der Wortbruch von McAllister kommt für die Umweltverbände jedoch nicht überraschend. Bereits seit Wochen zeichnete sich ab, dass nach der Altenbrucher Ufersicherung bei Otterndorf, die den Steuerzahler 70-80 Millionen kosten wird, nun zusätzliche Kompensationszahlungen für den Obstbau in Höhe von 20-30 Millionen Euro in Aussicht gestellt werden.
Besonders empört ist der BUND, dass McAllister das Einvernehmen just eine Woche vor einer gemeinsamen Ratssitzung der Kommunen an der Elbe von Cuxhaven bis Jork erteilen will. Bei diesem Treffen soll eine gemeinsame Strategie gegen die Elbvertiefung besprochen werden. „Die Unterschrift ist ein Schlag ins Gesicht der niedersächsischen Gemeinden in der Elbregion“, so die BUND-Landesverbände.Der BUND erwartet nun den abschließenden Planfeststellungsbeschluss in den nächsten Wochen. Danach hat er einen Monat Zeit, Klage dagegen einzureichen. Nach den Erfahrungen an der Weser ist der Umweltverband zuversichtlich, dass das Bundesverwaltungsgericht einem sofortigen Beginn der Arbeiten eine Absage erteilen wird.
„Die Bundesregierung und Hamburg haben heute einigen Obstbauern und Deichschützern ihre Kritik abgekauft und damit den Weg lediglich für den Planfeststellungsbeschluss freigemacht. Die Entscheidung über die Elbvertiefung selbst und damit die Bewertung der unverantwortlichen Eingriffe in die Ökologie des Flusses wird vor den Gerichten vorgenommen“, so die Verbände.