Willkommen auf der Homepage der BUND-Ortsgruppe Norderstedt!

25 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2012



BUND aktuell 

 

Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins:

Halbzeit beim landesweiten Wettbewerb

Der landesweite Wettbewerb des BUND Schleswig-Holstein hat Halbzeit. Noch bis zum 31. Oktober 2015 können sich Gemeinden als „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ bewerben. Ziel ist es, auf die Gefährdung und Schutzwürdigkeit von Wild- und Honigbienen hinzuweisen und die Verantwortlichen vor Ort zum Handeln aufzufordern. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet.

Städte und Dörfer bieten ein bislang kaum genutztes Potential zur Verbesserung der biologischen Vielfalt und für den Bienenschutz. „Zahlreiche Kommunen sind unserem Aufruf für mehr Bienenschutz bereits gefolgt und informieren sich über Möglichkeiten zur Verbesserungen der Lebensbedingungen von Bienen im Siedlungsraum und bereiten ihre Wettbewerbsteilnahme vor“, freut sich Dr. Florian Schulz vom BUND-Landesvorstand. Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. „Viele blütenbesuchende Insekten profitieren von naturnah gestalteten Gemeinden mit einem kontinuierlichen und vielfältigen Blütenangebot sowie angepassten Bewirtschaftungsmethoden für öffentliche Grünflächen“, informiert Projektkoordinatorin Birte Pankau vom BUND. Thorsten Liliental, der Vorsitzende von De Immen, ergänzt: „Die Honigbiene wird heutzutage in der modernen Agrarlandschaft definitiv nicht mehr satt – Dörfer und Städte gewinnen immer mehr an Bedeutung für die Nahrungsversorgung unserer Honiglieferantinnen!“

Der Wettbewerb findet im Rahmen des BUND-Projektes „Naturschutz in der Gemeinde“ statt und wird von der BINGO!-Umweltlotterie gefördert. Kooperationspartner des Wettbewerbs sind der norddeutsche Imkerverein De Immen e. V. und das bundesweit organisierte Netzwerk Blühende Landschaft (NBL). Die Sieger des Wettbewerbs werden im Frühling 2016 bekannt gegeben und mit einer Plakette als „Bienenfreundliche Kommune“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie alle Materialien zur Teilnahme gibt es auf unserer Homepage: www.bund-sh.de/wettbewerb.

 

Fracking ist klimaschädlich und gefährdet Wasserressourcen


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein, hat die Landesregierung aufgefordert, sich der Mehrheit der Umweltminister der Länder anzuschließen und am Freitag im Bundesrat für ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Technologie zu stimmen. Es reiche nicht, Fracking lediglich in bestimmten Gebieten auszuschließen.  „Die Mehrheit der Umweltminister der Bundesländer hat sich für ein umfassendes Fracking-Verbot ausgesprochen. Am Freitag muss Ministerpräsident Torsten Albig im Bundesrat jetzt Butter bei die Fische geben. Mehrfach hat er sich kritisch zu Fracking geäußert. Wir erwarten, dass er nun auch einem Fracking-Verbot zustimmt. Es gibt keinen Grund, bei uns in Schleswig-Holstein oder anderswo in Deutschland zu fracken“, sagt Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt. Das geplante Fracking-Gesetzespaket räume außerdem direkt Betroffenen bzw. Anwohnern keine ausreichenden Mitsprachemöglichkeiten ein. Die von der Bundesregierung geplante Gesetzgebung würde Fracking in großem Stil ermöglichen, befürchtet Bielfeldt. „Das ist inakzeptabel. Die Anwendung der Fracking-Technologie zur Gewinnung von Erdgas oder Erdöl aus tiefen Erdschichten birgt hohe ökologische Risiken und die eingesetzten Flüssigkeiten können Böden und Gewässer verunreinigen. Zudem ist Fracking klimapolitisch kontraproduktiv und verzögert die Energiewende. Es gibt viele Gründe, warum die Technologie verboten werden muss“, sagt Bielfeldt.
 
Die Energiewende könne nur gelingen, wenn konsequent auf erneuerbare Energien umgestiegen werde. Der Ausstieg aus fossilen Energiequellen und mehr Energieeffizienz müssten im Klimaschutzjahr 2015 entschlossen vorangebracht werden. „Im Vorfeld der im Spätherbst in Paris stattfindenden Weltklima-Konferenz würde ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz der Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik großen Schaden zufügen“, ergänzt Manfred Naumann, Experte des Landesverbandes für TTIP und Fracking.
 

 

Stellnetzfischerei und Schweinswalschutz:

Freiwillige Vereinbarung nur Tropfen auf dem heißen Stein


Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein mahnt nach einer ersten Zwischenbilanz von Minister Habeck zur freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten, dass diese nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einem umfassenderen Schutz des stark bedrohten kleinen Tümmlers und der Tauchenten sein kann. Gleichzeitig bewertet der BUND es positiv, dass die Beteiligten die Verbesserungswürdigkeit erkannt haben und weiter an einem Ausbau der Vereinbarung arbeiten wollen. Im Dezember 2013 unterschrieben Umweltminister Habeck und der Landesfischereiverband S-H, der Fischereischutzverband S-H sowie das Ostsee Info-Center Eckernförde eine gemeinsame freiwillige Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten.

„Leider hinkt die Vereinbarung in mehreren Punkten weit hinter den Schutzbedürfnissen der Tiere her“, bemängelt Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des BUND Schleswig-Holstein. „Beispielsweise sind die winterlichen Schutzgebiete für tauchende Meeresenten, für die Warnungen ausgesprochen werden können, viel zu klein und zeitlich zu begrenzt. Die Vögel halten sich nicht an die Grenzen solcher Schutzgebiete, sondern suchen sich generell gerne Flachgründe zur Nahrungssuche.“ Zudem sind große Gebiete wie die Lübecker Bucht sowie die Küste vor dem östlichen Fehmarn ganz von der Vereinbarung ausgenommen, obwohl auch hier Schweinswale und tauchende Meeresenten wie zum Beispiel die Eiderente vorkommen.

Vereinbart war auch eine Reduzierung der Stellnetzlängen im Juli und August, um mehr Schweinswale vor dem qualvollen Ertrinken zu schützen. Doch ob dieser Teil der Vereinbarung eine effektive Verbesserung darstellt, ist nicht nachvollziehbar. „Da kleinere Kutter mit einer Länge unter acht Metern kein tägliches Logbuch führen müssen, sind meist keine Vergleichswerte zu den ausgebrachten Stellnetzlängen vor Abschluss der Vereinbarung vorhanden“, erklärt Diplom-Biologin Stefanie Sudhaus, Meeresschutzreferentin beim BUND Schleswig-Holstein. Sie plädiert für eine Umsetzung von Schutzmaßnahmen in rechtlich verbindlichem Rahmen wie der Küstenfischereiverordnung des Landes.

 

Knickschutzregeln sind akzeptabler Kompromiss

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute von Umweltminister Habeck vorgestellte Neuregelung zum Knickschutz. Aus Sicht des BUND ist aber eine stringente Kontrolle notwendig. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat heute geänderte rechtliche Bestimmungen zum Knickschutz vorgestellt. Zukünftig soll der Schutzstreifen (bisher Saumstreifen genannt) von 50 Zentimetern auf Äcker begrenzt werden, Grünland wäre nicht mehr betroffen. Der Beschnitt soll alle drei Jahre erlaubt sein, allerdings nun senkrecht in einem Abstand von einem Meter zum Fuß des Knickswalls. Wird der Schutzstreifen freiwillig auf einen Meter verbreitert, wird dieser angerechnet auf die 5 % ökologischen Vorrangflächen, die Landwirte auf ihren Betriebsflächen schaffen müssen, um die vollen finanziellen EU-Fördermittel zu erhalten.


„Der Vorschlag ist ein akzeptabler Kompromiss. Einerseits wird den betriebswirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft Rechnung getragen, andererseits fällt das gesamtgesellschaftliche Ziel der Erhaltung unserer heimatlichen Natur- und Kulturlandschaft nicht völlig unter den Tisch“, kommentiert Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des BUND die neue Regelung. „Besonders das Festhalten am Schutzstreifen und den finanziellen Anreiz, diesen freiwillig auf einen Meter zu erweitern begrüßen wir. Die Verkürzung des Schnittzeitraumes auf drei Jahre ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn die zukünftige Praxis zeigt, dass diese Ausnahmeregel, die für Knickgehölze mit starkem Breitenwachstum gelten soll, nicht missbraucht wird “, ergänzt Bielfeldt. Die geplante Aufnahme der Kompromissregelung in das Landesnaturschutzgesetz wäre aus Sicht des BUND auch Gelegenheit, die bisherigen Ausnahmen beim Biotopschutz für Knicks auf den Prüfstand zu stellen. Zudem haben Stichproben des BUND in der Vergangenheit gezeigt, dass bestehende Regeln immer wieder verletzt werden: „Gesetze und Verordnungen können nur greifen, wenn sie auch kontrolliert und Verstöße konsequent sanktioniert werden. Die Behörden müssen endlich personell und materiell in die Lage versetzt werden, ihren gesetzlichen Auftrag auch erfüllen können“, fordert abschließend Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND- Landesverband Schleswig-Holstein.


Naturschutz vernachlässigt:

EU startet Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat erfahren, dass die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland gestartet hat. Auch speziell in Schleswig-Holstein gibt es noch deutliche Defizite. Der BUND fordert mehr Personal und Mittel für die Umsetzung des Naturschutzes. Gegenstand des Verfahrens ist die sogenannte FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie). Ziel dieser ist die Erhaltung der europäischen Tier- und Pflanzenwelt mithilfe eines europaweiten Netzwerkes von Schutzgebieten, dem Natura 2000-Netzwerk. Bei der Umsetzung hat Deutschland seine Pflichten bisher nicht erfüllt. Mehrere tausend Gebiete bundesweit erfüllen nach Einschätzung der EU-Kommission nicht die Vorgaben. Deutschland will sich zur Umsetzung bis 2022 Zeit lassen, für die EU-Kommission viel zu lange.In Schleswig-Holstein sind laut EU für fast die Hälfte der Gebiete die vorgeschrieben Managementpläne nicht fertig. Bis 2018 soll es noch dauern. „Das ist ein jahrelanger Verstoß gegen EU-Recht. Dabei hat sich Natura 2000 als Erfolgsstory des Artenschutzes bewiesen – wenn es denn richtig und rechtzeitig umgesetzt wird. Es geht ja nicht darum die Anfordernisse der EU nur um der EU Willen zu erfüllen, sondern um den Naturschutz vor Ort – auch in Schleswig-Holstein “, sagt Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende. „Es wird Zeit, dass die Versäumnisse der Vorgängerregierungen endlich behoben werden: Ohne mehr Personal und Mittel geht es nicht.“

Die Bundesländer sind aufgefordert die Bundesregierung in ihrer Antwort an die EU-Kommission zu unterstützen. Ist die EU mit der deutschen Antwort unzufrieden, dann droht eine Klage vor dem Gerichtshof der Europäischen Union. Neben Strafzahlungen könnte die EU dann vorschreiben, wie die Richtlinie zu erfüllen ist. Schleswig-Holstein wird vom Bundesumweltministerium maßgeblich an der deutschen Reaktion an die EU-Kommission beteiligt. „Es ist erfreulich, dass die Landesregierung direkt eingebunden ist. Das Land muss diese Chance nutzen: Es muss deutlich werden, dass die EU-Naturschutzrichtlinien eine gute Grundlage für den Schutz unserer Lebensgrundlagen sind. Genau wie das Landesnaturschutzgesetz: Die Landesregierung ist mit ihrem Entwurf auf einem guten Weg.“, erklärt Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein. „Der Abwärtstrend im behördlichen Naturschutz muss aber endlich gestoppt werden, sonst bleibt jeder Beschluss ein Papiertiger. Da sind auch Berlin und Brüssel gefragt. Das Vertragsverletzungsverfahren zeigt deutlich, dass es so nicht weitergehen kann. Wer heute beim Natur- und Umweltschutz spart, zahlt später doppelt drauf“, schließt Langguth ab.

 

Gemeinsame Pressemitteilung von DNR, BUND, DUH, GREENPEACE, NABU, WDC, WWF

Streitfall Meeresschutz

Allianz aus Umweltorganisationen verklagt Bundesregierung wegen fehlendem Meeresschutz in Nord- und Ostsee.

Meeresschutz findet in Deutschland nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft. Dagegen klagt jetzt eine Allianz der Umweltorganisationen Greenpeace, WWF, BUND, NABU, Deutsche Umwelthilfe, WDC (Whale und Dolphin Conservation) und dem Deutschen Naturschutzring (DNR), der die formell gegen das Bundesamt für Naturschutz gerichtete Klage heute am Verwaltungsgericht Köln einreichte. „Die Bundesregierung verschleppt den Schutz von Nord- und Ostsee seit Jahren und gefährdet damit bedrohte Meeresbewohner und ihre Lebensräume“, kritisierten die Verbände. „In den ausgewiesenen Gebieten müssen nach EU-Recht Schweinswale, Seevögel, wertvolle Sandbänke und Riffe geschützt werden schützen. Tatsächlich darf aber jeder Quadratmeter im Schutzgebiet befischt werden, obwohl Fischerei der schwerste Eingriff ins Ökosystem Meer ist.“ Neben der Fischerei finden auch Sand- und Kiesabbau, der Bau von Offshore-WindkraftaAnlagen und die Suche nach Öl- und Gasvorkommen in den Schutzzonen statt.

Für die Regulierung der Fischerei ist in Deutschland das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) zuständig. Für das Management der zehn Schutzgebiete in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone, dem Seegebiet zwischen 12 und 200 Seemeilen zur Küste, ist das Bundesumweltministerium (BMUB) verantwortlich. Da sich die beiden Ministerien nicht einig werden können, verwaist der Schutz der Meere seit Jahren im toten Winkel der Zuständigkeiten. Ein unhaltbarer Zustand, den die Klage der Umweltorganisationen beenden soll. Sie fordert, den Einsatz umweltschädlicher Fischereimethoden wie Grundschleppnetze und Stellnetze aus den Schutzgebieten zu verbannen. „Die skandalöse Blockadehaltung zwischen den Ministerien gefährdet unsere wertvollsten Meeresgebiete und verstößt gegen EU-Recht. Es ist absurd, wenn Schweinswale selbst in Rückzugsräumen in Stellnetzen ersticken und der Meeresboden in Schutzzonen von schwerem Fischereigerät durchpflügt wird. Zerstörerische Fischerei hat in Meeresschutzgebieten nichts zu suchen“, kritisieren die Umweltschützer die Tatenlosigkeit des Fischereiministeriums. Seit die Sechs-Jahresfrist zur Einführung von Schutzgebietsverordnungen Ende 2013 abgelaufen ist, verstößt der Zustand in deutschen Gewässern auch gegen die europäische FFH-Richtlinie.

Die negativen Umweltfolgen sind den politisch Verantwortlichen bekannt: Der Zustand von wichtigen „Schutzgütern“ wie Schweinswalen, Seevögeln und Riffen verschlechtert sich, wie der aktuelle FFH Bericht der Bundesregierung an die EU-Kommission beweist. Trotz wissenschaftlicher Gutachten und zwei ministeriellen Anhörungen wurden die bereits 2011 erarbeiteten Regulierungsmaßnahmen für die Fischerei nicht in Kraft gesetzt, weil der politische Streit zwischen den Ministerien BMUB und BMEL nicht beigelegt wurde. Dass es auch besser geht, zeigen europäische Nachbarn: Irland, Spanien, UK, und die Niederlande haben längst Schutzauflagen für die Fischerei in  marinen Natura 2000 Gebieten durchgesetzt. Formal sind 47 Prozent der Meeresfläche in deutschen Gewässern als Schutzgebiet ausgewiesen. Von den küstennahen Gewässern stehen 70 Prozent unter Schutz, der Schutzgebietsanteil in der deutschen AWZ beträgt über 30 Prozent.

 

Stärkung des BUND-Landesvorstandes


Auf der Landesdelegiertenversammlung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein am Sonntag in Rendsburg wurde es deutlich: Eine überwältigende Mehrheit der Delegierten steht hinter dem Landesvorstand und bestätigt den Kurs der Erneuerung.

Seit gut einem Jahr gestalteten die Mitglieder des BUND einen Entwicklungsprozess, um den Verband attraktiv für die Mitarbeit zu machen. "Gerade in den letzten Wochen wurde uns in der Öffentlichkeit eine totale Zerstrittenheit unterstellt. Die Versammlung hat gezeigt, dass dem nicht so ist“, stellt die Vorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt fest. In mehreren Arbeitsgruppen wurden Strategien für die Zukunft entwickelt. Beteiligung, Transparenz und Nachwuchs sind zentrale Themen. Die für die Satzungsänderungen notwendige 3/4 Mehrheit wurde deutlich übertroffen. Zukünftig können auch auf Landesebene Mitglieder in einem Natur- und Umwelt-  sowie in einem Finanzausschuss die Verbandspolitik maßgeblich mitgestalten. "Ehemals aktive Mitglieder haben wieder Lust, mitzumachen und gerade das Thema Fracking zieht auch neue Mitglieder an" so der stellvertretende Landesvorsitzende Carl-Heinz Christiansen. "Leider wurde dieser Entwicklungsprozess nicht von Allen mitgetragen, sodass es auch zu personellen Änderungen in der Geschäftsführung kommen musste", bedauert die Landesvorsitzende. Der BUND Landesverband Schleswig-Holstein setzt sich seit fast 35 Jahren für den Natur- und Umweltschutz ein. Wie jedes Unternehmen muss sich auch ein Verband kritisch selbst reflektieren, ob seine Handlungsweisen und Strukturen dem modernen Zeitgeist entsprechen. Prof. Wilfried Kühling, Mitglied des Bundesvorstandes des BUND, verlas einen Brief des Bundesvorstandes, der die organisatorische und inhaltliche Fortentwicklung des Landesverbandes unterstützt. Die von der Ehrenvorsitzenden Sybille Macht-Baumgarten in einem Offenen Brief dargestellten Behauptungen über den derzeitigen Zustand des Verbandes wurden von den Delegierten zurückgewiesen und das Vorgehen heftig kritisiert. Mehrfach wurde von den Delegierten gefordert, die von einigen Wenigen aufgerissenen Gräben zu überwinden und sich wieder den gemeinsamen Zielen des Verbandes zu widmen. Die Delegierten bestätigten einen Antrag, mit dem als ein zukünftiger Schwerpunkt das Engagement gegen TTIP und Fracking verstärkt wird.


Fracking muss vom Tisch


Das Umweltministerium von Schleswig-Holstein hat heute, 01. Dezember, Gemeindevertreter zu einer Informationsveranstaltung zu Fracking ins Landeshaus geladen. Der BUND fordert, dass die Landesregierung ihren Worten endlich Taten folgen lässt und ein zeitnahes Verbot von Fracking durchsetzt. „Informationsveranstaltungen sind ja schön und gut, aber dadurch können wir Fracking auch nicht verhindern. Umweltminister Habeck hat selbst erklärt, dass sich Fracking Schleswig-Holstein mit dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung nicht verhindern lässt. Deshalb sind jetzt Taten anstatt nur Worte gefragt“, erklärt Rainer Guschel aus dem Landesvorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schleswig-Holstein. Nach einer ersten Untersuchung des Umweltministerium wird es auch nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung weiterhin möglich sein in Schleswig-Holstein insbesondere nach Erdöl zu fracken. Verschiedene Unternehmen haben jetzt schon Aufsuchungserlaubnisse für Kohlenwasserstoffe. Gemeinden und Bürger vor Ort befürchten, dass auf die Aufsuchungserlaubnis auch unweigerlich die Bewilligung zur Förderung folgt.

„Dem Schutz von Trinkwasser ist auf der gesamten Fläche Schleswig-Holsteins absoluter Vorrang zu gewähren, nicht nur in Wasserschutzgebieten. Der Gesetzesentwurf aus Berlin würde aber in Schleswig-Holstein Fracking in vielen Gebieten möglich machen. Die Landesregierung muss nun ein sofortiges, rechtssicheres Moratorium in Schleswig-Holstein ermöglichen und sich im Bundesrat mit einem generellen Verbot durchsetzen. Vor allem aber stehen die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten der Großen Koalition in der Pflicht die Interessen ihrer Wähler in Berlin durchzusetzen: Schleswig-Holsteins Bürgerinnen und Bürger wollen kein Fracking. Nirgends“, ergänzt Diplom-Biologe Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein.

Mehr zu Fracking und den Forderungen des BUND Schleswig-Holstein finden Sie unter: http://www.bund-sh.de/fracking

 

Knickschutz darf nicht aufgeweicht werden


Das Verfahren mehrerer Bauern gegen die Knickschutzregeln des Landes wurde am 20. November 2014 vom Oberverwaltungsgericht ausgesetzt, um dem Umweltministerium Zeit  für eine Nachbesserung zu geben. Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein fordert Minister Habeck auf, nun mehr Rechtssicherheit herzustellen, ohne die Schutzbestimmungen der Biotopschutz-Verordnung aufzuweichen. „Das Umweltministerium muss die Verfahrenspause jetzt nutzen, um den bestehenden Knickschutz in Schleswig-Holstein abschließend und rechtssicher festzuzurren. Minister Habeck muss Rückgrat gegenüber dem Bauernverband zeigen und die verbindliche Einhaltung des Saumstreifens an den Knicks rechtlich absichern. Knicks haben im waldarmen Schleswig-Holstein eine so wichtige Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft, dass ihr Schutz uneingeschränkt gesichert werden muss“, erklärt Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schleswig-Holstein.
Knicks sind ein ebenso empfindliches, wie wichtiges Ökosystem in Schleswig-Holstein. Durch die Ausweitung agrarindustrieller Anbaumethoden, insbesondere Mais-Monokulturen, ist dieses immer mehr bedroht. Seit letztem Jahr sieht die Biotopverordnung einen einheitlichen Knicksaum von 50 Zentimetern vor, der die für Schleswig-Holstein charakteristischen Wallhecken (Knicks) schützen soll und bei Pflegemaßnahmen nicht verletzt werden darf. In früheren Fassungen des Landesnaturschutzgesetzes war sogar ein Schutzstreifen von einem Meter vorgesehen. Diese Regelung wurde jedoch durch die CDU-geführten Landesregierungen ersatzlos gestrichen. „Knicks sind eine der letzten Inseln der biologischen Vielfalt“, so Tobias Langguth, BUND-Referent für Naturschutz. „Den Knicksaum auf einen halben Meter zu begrenzen war schon ein großes Entgegenkommen für die Agrarindustrie. Damit die Knicks ihre ökologische Wirkung voll entfalten können, ist eigentlich ein Schutzstreifen von einem Meter und der Verzicht auf das seitliche Aufputzen der Knickgehölze notwendig.  Jetzt das böse Wort „Enteignung“ ins Spiel zu bringen, verschweigt, dass dem eine widerrechtliche Landnahme durch die Landwirte gegenüber steht, weil es immer wieder vorkommt, dass Äcker durch Umpflügen von Randbereichen erweitert werden.“ 


Weiterführende Informationen zur BUND-Position zum Knickschutz finden Sie unter:
http://www.bund-sh.de/knickschutz

 

Ein Schlafplatz für Igel und Co
So wird der Garten winterfest

Wenn die Tage kürzer und kühler werden, ist der richtige Zeitpunkt, um den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Der BUND Schleswig-Holstein empfiehlt, nützlichen Gartenbewohnern vor Beginn des Winters einen Überwinterungsplatz zu schaffen und die Pflanzen und Beete für die kommende Saison herzurichten. „Herbstlicher Großputz und übertriebener Ordnungssinn im Garten schaden der Tierwelt in unseren Gärten und Siedlungen“, gibt Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband zu bedenken. „Viele Gärten sind so eintönig und aufgeräumt, dass Igel und andere Kleintiere dort keinen überlebenswichtigen Schlafplatz für den Winter mehr finden“. Gartenbesitzer können mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Verblühte Stauden sollten nicht im Herbst zurückgeschnitten werden, sondern bis zum nächsten Frühjahr im Garten verbleiben. Sie bieten in den Wintermonaten Nahrung für Vögel sowie Unterschlupf für Insekten und Spinnen. Insektenlarven, beispielsweise von nützlichen Wildbienen, überwintern häufig in den Stängeln. Vögel suchen die vertrockneten Pflanzen nach Samen und Raupen ab. Wer anfallendes Laub und Schnittgut von Bäumen und Sträuchern im Herbst nicht entsorgt, sondern zu Haufen aufschichtet, bietet Igeln und anderen Kleintieren einen sicheren Überwinterungsplatz. „Laub ist kein Abfall, sondern eine hervorragende Einrichtung der Natur im Nährstoffkreislauf“, so Birte Pankau. Deshalb sollte man das Laub im Garten nicht entfernen, sondern unter Hecken und Büschen sowie auf Blumen- und Gemüsebeete verteilen. Die Laubschicht schützt den Boden und bietet Unterschlupf für Kleintiere. Bis zum Frühjahr können die Blätter langsam verrotten. Rechtzeitig zur neuen Gartensaison im Frühjahr lassen sich die Reste als natürlicher Dünger in den Boden einarbeiten. Um Zufahrten und Gehwege wegen Rutschgefahr laubfrei zu halten, sollte man unbedingt auf Laubsauger oder -bläser verzichten. Die orkanartigen Windgeschwindigkeiten dieser Geräte stören das Bodenleben und wichtige Bodenfunktionen. Zudem benötigen sie viel Energie.


Der BUND rät, Vogelnistkästen erst im Frühjahr zu säubern, um mögliche Wintergäste nicht zu stören. Nistkästen erfüllen auch im Winter wichtige Funktionen, da sie einen schützenden Unterschlupf für überwinternde Vögel, Fledermäuse, Insekten und Haselmäuse bieten.


Adressen deutscher Igelschutzvereine

Hier finden Sie eine Liste von Adressen deutscher regionaler Igelschutzvereine, an die Sie sich direkt wenden können, wenn Sie Ansprechpartner für die praktische Igelhilfe in Ihrer Nähe suchen.

http://www.pro-igel.de/igel-links/adressen.html

Igel Hotline: Ansagedienste bzw. Faxabruf rund um die Uhr für jahreszeitlich abgestimmte Informationen über Igel:

Tel: 08382-3021 u. -6032

Faxabruf: 08382-3022


Alte Bäume schützen:

BUND und Landesforsten stellen Wanderbroschüre vor


Bei einer Exkursion durch das Gehege Krummland (Hüttener Berge) hat der BUND Schleswig-Holstein zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten seine neue Wanderbroschüre „Wege zu alten Bäumen in Schleswig-Holstein“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Naturwanderführer soll Touristen und Einheimische zum Wandern durch alte Waldbestände und Alleen oder zu besonderen Einzelbäumen in Schleswig-Holstein anregen.Die handliche und wasserabweisende Broschüre stellt 22 Wanderstrecken durch acht schleswig-holsteinische Landkreise sowie durch Lübeck vor. „Wir möchten möglichst viele Menschen einladen, die Schönheit der schleswig-holsteinischen Landschaft und insbesondere alter Bäume zu erfahren. Nur wer die Natur kennt, wird sie auch schützen wollen“, sagt Hans-Jörg Lüth, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Die Natur in unserer Umgebung ist nicht nur für die Naherholung unverzichtbar, sondern zieht auch zahlreiche Touristen an.“

Sechs der dargestellten Routen führen durch Waldgebiete der Landesforsten, die Kooperationspartner der Wanderbroschüre sind. „Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten setzen sich für eine nachhaltige Nutzung des Waldes ein“, so Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Gemeinsam mit dem BUND wollen wir Waldbesucherinnen und -besuchern die Besonderheit dieser Lebensräume näher bringen, um deren Schutz und Erhalt langfristig zu fördern“. Darüber hinaus informiert der Wanderführer, warum alte und abgestorbene Bäume für den Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden müssen. Von 800 Käferarten in Schleswig-Holstein, die auf den Lebensraum Holz angewiesen sind, gilt über die Hälfte als gefährdet.

Titelbild Wanderbroschüre

Der Naturwanderführer wurde von BINGO! Die Umweltlotterie gefördert. Er ist gegen Portokosten über die BUND-Landesgeschäftsstelle in Kiel erhältlich:



 


 


Unsere weiteren Inhalte finden Sie am linken Rand aufgelistet.
Klicken Sie einfach auf die Links dort, um zu einzelnen Inhalten zu gelangen.