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25 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2012



BUND aktuell


Preetz und Ratekau summen sich zum Sieg

Der BUND-Landesverband hat am Mittwoch in Kiel bekanntgegeben, welche der acht Finalisten als Preisträger aus dem landesweiten Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ in den beiden Kategorien „Dorf“ und „Stadt“ hervorgegangen sind. Die Schusterstadt Preetz (Kreis Plön) ist Siegerin der Städte und die Gemeinde Ratekau (Kreis Ostholstein) hat den ersten Platz unter den Dörfern erreicht. Die zweiten Plätze sind jeweils doppelt besetzt mit den Städten Lübeck (kreisfrei) und Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) sowie den Gemeinden Ruhwinkel (Kreis Plön) und Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein).


„In unserem landesweiten Wettbewerb haben wir Dörfer und Städte gesucht, die ihr Potenzial zur Förderung von Bienen und anderen blütenbestäubenden Insekten im Siedlungsraum nutzen“, sagt Carl-Heinz Christiansen, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Schleswig-Holstein. „Die zwei Siegerkommunen Preetz und Ratekau haben die Nase um eine Flügelbreite vorne, da sie neben einer Vielfalt an kommunalen Aktivitäten rund um Wild- und Honigbienen mit ihrer langjährigen strategischen Arbeit für Kontinuität im Bienen- und Artenschutz sorgen.“ Die Jury hat bei der Bewertung der Teilnehmerbeiträge darauf geachtet, wie die Kommunen mit vorhandenen natürlichen Wildbienen-Lebensräumen umgehen, ob Nist- und Nahrungsplätze geschaffen werden und ob bei der Anlage und Pflege von öffentlichen Flächen die Bedürfnisse von Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten beachtet werden. Relevant war auch das Engagement der Gemeinden in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. „Die jeweils doppelt besetzten zweiten Plätze verdeutlichen, wie eng die Finalisten beieinander lagen“, betont Dr. Florian Schulz aus dem BUND-Landesvorstand und Mitglied der Jury. Alle sechs platzierten Kommunen haben eine Urkunde, eine Plakette und eine große Wildbienen-Nisthilfe sowie eine bienenfreundliche Winter-Linde – den „Baum des Jahres 2016“ – erhalten.


„Wildbienen zählen zu einer der am meisten gefährdeten Tiergruppen in Schleswig-Holstein“, informiert Projektleiterin Birte Pankau. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet. „Der Wettbewerb hat die Bekanntheit der Honigbiene genutzt, um auf die Gefährdung und Schutzwürdigkeit von Wild- und Honigbienen hinzuweisen und für mehr Bienenschutz vor Ort werben“, ergänzt Thorsten Liliental, der 1. Vorsitzende von De Immen e.V. Der norddeutsche Imkerverband unterstützte und begleitete den Wettbewerb gemeinsam mit dem bundesweit agierenden Netzwerk Blühende Landschaft als Kooperationspartner des BUND. Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. Mit Ausnahme von Spezialisten profitieren viele blütenbesuchende Insekten von naturnah und artenreich gestalteten öffentlichen Grünflächen. Angepasste Bewirtschaftungsmethoden in den Gemeinden sind deshalb von unschätzbarem Wert. „In unserem Wettbewerb verstehen wir die Biene als Vermittlerin für buntere und artenreichere Städte, wovon letztendlich viele Lebewesen und auch wir Menschen profitieren werden“, so Birte Pankau.


Fortschritt für Naturschutz in Schleswig-Holstein

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein begrüßt den heutigen Beschluss des Landtages, das Landesnaturschutzgesetz und weitere Naturschutz-Vorschriften zu novellieren. Zwar seien einzelne, wichtige Änderungsvorschläge nicht übernommen worden, unterm Strich sei das neue Gesetz aber ein Gewinn für den Natur- und Umweltschutz in Schleswig-Holstein. „Der Natur im Land geht es nicht gut. Alle Untersuchungen zeichnen weiterhin ein deprimierendes Bild vom Zustand der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein, insbesondere auf den landwirtschaftlichen Flächen. Ein verbesserter ordnungsrechtlicher Schutz ist deshalb schon lange notwendig gewesen. Diese Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes wird zwar keine Wunder bewirken, ein starkes Ordnungsrecht ist jedoch ein wichtiger Pfeiler beim Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, stellt Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende, fest. „Bedauerlich ist allerdings, dass weder im Wald- noch im Jagdrecht substantielle Verbesserungen erzielt werden konnten. Hier wäre mehr möglich.“


Der BUND begrüße insbesondere, dass zukünftig keine gentechnisch veränderten Organismen im Umkreis von 3000 Metern um Naturschutzgebiete ausgebracht werden dürften. Auch sei es ein kleiner Fortschritt, dass der Jagd- und Artenschutzbericht offenbar in einen umfassenderen Bericht zur biologischen Vielfalt überführt werden soll. Dass das Vorkaufsrecht nun wieder als Instrument für die Naturschutzbehörden zur Verfügung stehe und die Kreisnaturschutzbeauftragten verpflichtend werden, sei ebenso ein Erfolg. Auch die Wiedereinführung einer klar definierten, sogenannten ‚Positiv-Liste‘ für naturschutzfachliche Eingriffe, wird nach Bewertung des BUND zu einer Entlastung der Naturschutzbehörden führen und notwendige Klarheit für Investoren schaffen.  „Die generelle Stoßrichtung des Gesetzesentwurfes zeigt in die richtige Richtung: Freiwilligkeit und Ordnungsrecht sind als zwei Seiten einer Medaille zu sehen“, lobt Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer. „Ob die neue Fassung des Landesnaturschutzgesetzes zum Erfolg wird, hängt jedoch von der finanziellen und personellen Ausstattung der Naturschutzbehörden und dem Kooperationswillen der Flächennutzer ab. Für beides muss dringend mehr Geld bereitgestellt werden. Den Schutz von Mutter Natur gibt es nicht zum Nulltarif. Große Herausforderungen liegen noch vor uns – insbesondere im Bereich Landwirtschaft. Diese muss endlich ökologischer und klimafreundlicher werden“, schließt Eggers ab.


Verlängerung der Kormoranverordnung: Verstoß gegen Vogelschutz


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein kritisiert die Verlängerung der Komoranverordnung durch die Landesregierung. Für die pauschale Abschuss- und Vergrämungserlaubnis gäbe es nach Bewertung des BUND weder nachvollziehbare Gründe, noch sei dies mit EU- und Bundesrecht vereinbar. Der BUND fordert die Landesregierung auf die Verlängerung der Kormoranverordnung zurückzuziehen. „Die Einführung der Kormoranverordnung war schon ein Fehler – sie nun zu verlängern, obwohl weiterhin keine überzeugenden Nachweise für die Notwendigkeit vorliegen, ist eines grünen Umweltministeriums unwürdig“, erklärt Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer. „Wenn in Einzelfällen durch wissenschaftliche Untersuchungen ein ursächlicher Zusammenhang  zwischen Kormoranen und dem erheblichen wirtschaftlichen Misserfolg eines bestimmten Fischereibetriebes nachweisbar ist, dann kann eine Abschussgenehmigung für genau diesen Fall akzeptabel sein. Mit pauschalen Abschusserlaubnissen ohne nachvollziehbare Begründung muss jedoch Schluss sein“, fordert Eggers weiter.

Die Kormoranverordnung des Landes erlaubt den Abschuss von Kormoranen an allen fischereilich genutzten Gewässern mit Ausnahme vom Nationalpark und von Naturschutzgebieten. Auch in einzelnen EU-Vogelschutzgebieten in Schleswig-Holstein darf auf den Kormoran geschossen werden. Die Bundesgesetzgebung und das EU-Recht setzen dagegen hohe Maßstäbe für solche Genehmigungen an. So müsse unter anderen ein ‚erheblicher wirtschaftlicher Schaden‘ nachgewiesen werden. Ebenso hat die EU-Kommission vorgegeben, dass zunächst lokale und einzelfallbezogene Alternativen zum Abschuss geprüft werden, bevor dieser genauso lokal und einzelfallbezogen erlaubt werden kann. Dem widerspreche laut BUND die ganze Logik der pauschalen Kormoranverordnung des Landes.

Ganz besonders trifft dies auf das EU-Vogelschutzgebiet des Plöner Sees zu: In diesem ist der Kormoran Zielart, das heißt, das Gebiet ist als Schutzgebiet ausgewiesen worden, um den Kormoran zu schützen. Die Landesregierung erlaubt mit der Verordnung aber gerade in diesem Schutzgebiet explizit die Jagd auf den Kormoran.  „Mehr Missachtung vor EU-Recht geht kaum“, empört sich Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein. „Kormorane fressen Fisch, ja. Die meisten davon sind aber ohne große Bedeutung für den Fischereimarkt“. Trotzdem erlaubt die Landesregierung pauschal in großen Teilen des Landes den Abschuss und die Vergrämung. Dies hat schon zu deutlichen Populationsveränderungen beim Kormoran geführt und zieht außerdem weitreichende Kollateralschäden nach sich, etwa durch die Störung anderer Wasservögel. „Damit werden die Vogelschutzbemühungen des Landes an anderer Stelle ad absurdum geführt“, fasst Langguth zusammen.

 

Alles öko, oder was? –
Neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. stellt seine neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut vor. „Rechtzeitig zum Beginn des Gartenjahres 2016 präsentieren wir die neue Broschüre zum Thema ökologisches Saat- und Pflanzengut. Mit dieser Broschüre möchte der BUND insbesondere die Gartenfreunde einladen, durch den Einsatz von ökologischem Saat-und Pflanzengut ihren Teil zu einer gesünderen Umwelt beizutragen“, erläutert Initiator Dieter Peters-Kühnel von der BUND-Kreisgruppe Pinneberg. Ökologisches Saatgut kann selbst vermehrt werden und wird so gezüchtet, dass die Pflanzen sich auch ohne Pestizide gegen Krankheiten behaupten können“, so der Umweltschützer weiter. Denn ein wichtiger Anlass für die Erstellung dieser informativen Broschüre sei unter anderem die mögliche Wiederzulassung des Pflanzengiftes Glyphosat in Deutschland und der EU in diesem Jahr.

Glyphosat – Hauptbestandteil des Pflanzenvernichters Roundup – wurde von der Weltgesundheitsorganisation als ‚wahrscheinlich krebserzeugend‘ eingestuft und ist wohl auch schädlich für viele Bodenorganismen. Ergänzend bieten die Glyphosat-Hersteller herbizid-kompatibles Saatgut an, welches meistens nicht samenfest ist. Das heißt, das Saatgut kann nicht selbst vermehrt werden. Landwirte und Hobbygärtner geraten so in die Abhängigkeit von Saatgutherstellern, die jedes Jahr aufs Neue quasi steriles Saatgut auf den Markt bringen. „Es gibt also sehr gute Argumente für ökologische Anbaumethoden sowohl in den häuslichen Gärten als auch in der Landwirtschaft. Gesunde Böden, sauberes Trinkwasser und eine unbelastete Nahrung sind unerlässlich für unser aller Gesundheit und Wohlbefinden“, erläutert Peters-Kühnel abschließend.

Der BUND möchte mit Informationen und Beratung dazu beitragen, dass weitere Verunreinigungen unserer Böden und Gewässer vermieden sowie der Rückgang der biologischen Vielfalt verhindert werden.  Die kostenlose Broschüre ist landesweit erhältlich und kann über die BUND-Kreisgruppe Pinneberg oder die BUND-Landesgeschäftsstelle bezogen werden.

 

Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins

In die Endrunde gesummt

Die Jury des BUND-Wettbewerbs „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ hat aus den vorliegenden Bewerbungen vier Gemeinden und vier Städte ausgewählt. Diese acht Kommunen haben sich damit für die Endrunde des landesweiten Wettbewerbs qualifiziert: Halstenbek, Ratekau, Ruhwinkel und Timmendorfer Strand sowie Bad Schwartau, Lübeck, Preetz und Schleswig. Im April 2016 wird die Jury den Top 8 einen Besuch abstatten, um die endgültigen Sieger auszuwählen. „Die Wettbewerbsjury war von der hohen Qualität der Bewerbungen beeindruckt und freut sich, die beschriebene Vielfalt an kommunalen Aktivitäten rund um Wild- und Honigbienen bei den Ortsterminen selbst zu erleben“, sagt Dr. Florian Schulz vom BUND-Landesvorstand. „Die bereits aktiven Dörfer und Städte in Schleswig-Holstein können als Vorbilder im Bienenschutz für andere Kommunen dienen.“  „Wildbienen zählen zu einer der am meisten gefährdeten Tiergruppen in Schleswig-Holstein“, informiert Projektleiterin Birte Pankau. „Mithilfe des Wettbewerbs möchten wir aufzeigen, wie die Lebensbedingungen für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten im Siedlungsraum verbessert werden können.“

Der BUND-Landesverband hatte 2015 zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem norddeutschen Imkerverein De Immen e. V. und dem bundesweit organisierten Netzwerk Blühende Landschaft (NBL), die schleswig-holsteinischen Kommunen dazu aufgerufen, sich an dem erstmals stattfindenden Wettbewerb zu beteiligen. Diese 14 Kommunen sind dem Aufruf gefolgt und haben sich mit bereits bestehenden oder zukünftig geplanten Maßnahmen und Aktionen im kommunalen Bienenschutz beworben: Bad Schwartau (Kreis Ostholstein), Großhansdorf (Kreis Stormarn), Halstenbek (Kreis Pinneberg), Lübeck (kreisfrei), Neustadt (Kreis Ostholstein), Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Preetz (Kreis Plön), Ratekau (Kreis Ostholstein), Rodenäs (Kreis Nordfriesland), Ruhwinkel (Kreis Plön), Schenefeld (Kreis Pinneberg), Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg), Sievershütten (Kreis Segeberg) und Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein).

Der Wettbewerb findet im Rahmen des BUND-Projektes „Naturschutz in der Gemeinde“ statt und wird von der BINGO!-Umweltlotterie gefördert. Die Sieger des Wettbewerbs werden im Mai 2016 bekannt gegeben und mit einer Plakette als „Bienenfreundliche Kommune“ ausgezeichnet.
 

 

Fracking ist klimaschädlich und gefährdet Wasserressourcen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein, hat die Landesregierung aufgefordert, sich der Mehrheit der Umweltminister der Länder anzuschließen und am Freitag im Bundesrat für ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Technologie zu stimmen. Es reiche nicht, Fracking lediglich in bestimmten Gebieten auszuschließen.  „Die Mehrheit der Umweltminister der Bundesländer hat sich für ein umfassendes Fracking-Verbot ausgesprochen. Am Freitag muss Ministerpräsident Torsten Albig im Bundesrat jetzt Butter bei die Fische geben. Mehrfach hat er sich kritisch zu Fracking geäußert. Wir erwarten, dass er nun auch einem Fracking-Verbot zustimmt. Es gibt keinen Grund, bei uns in Schleswig-Holstein oder anderswo in Deutschland zu fracken“, sagt Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt. Das geplante Fracking-Gesetzespaket räume außerdem direkt Betroffenen bzw. Anwohnern keine ausreichenden Mitsprachemöglichkeiten ein. Die von der Bundesregierung geplante Gesetzgebung würde Fracking in großem Stil ermöglichen, befürchtet Bielfeldt. „Das ist inakzeptabel. Die Anwendung der Fracking-Technologie zur Gewinnung von Erdgas oder Erdöl aus tiefen Erdschichten birgt hohe ökologische Risiken und die eingesetzten Flüssigkeiten können Böden und Gewässer verunreinigen. Zudem ist Fracking klimapolitisch kontraproduktiv und verzögert die Energiewende. Es gibt viele Gründe, warum die Technologie verboten werden muss“, sagt Bielfeldt.
 
Die Energiewende könne nur gelingen, wenn konsequent auf erneuerbare Energien umgestiegen werde. Der Ausstieg aus fossilen Energiequellen und mehr Energieeffizienz müssten im Klimaschutzjahr 2015 entschlossen vorangebracht werden. „Im Vorfeld der im Spätherbst in Paris stattfindenden Weltklima-Konferenz würde ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz der Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik großen Schaden zufügen“, ergänzt Manfred Naumann, Experte des Landesverbandes für TTIP und Fracking.
 

 

Knickschutzregeln sind akzeptabler Kompromiss

 Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute von Umweltminister Habeck vorgestellte Neuregelung zum Knickschutz. Aus Sicht des BUND ist aber eine stringente Kontrolle notwendig. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat heute geänderte rechtliche Bestimmungen zum Knickschutz vorgestellt. Zukünftig soll der Schutzstreifen (bisher Saumstreifen genannt) von 50 Zentimetern auf Äcker begrenzt werden, Grünland wäre nicht mehr betroffen. Der Beschnitt soll alle drei Jahre erlaubt sein, allerdings nun senkrecht in einem Abstand von einem Meter zum Fuß des Knickswalls. Wird der Schutzstreifen freiwillig auf einen Meter verbreitert, wird dieser angerechnet auf die 5 % ökologischen Vorrangflächen, die Landwirte auf ihren Betriebsflächen schaffen müssen, um die vollen finanziellen EU-Fördermittel zu erhalten.


„Der Vorschlag ist ein akzeptabler Kompromiss. Einerseits wird den betriebswirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft Rechnung getragen, andererseits fällt das gesamtgesellschaftliche Ziel der Erhaltung unserer heimatlichen Natur- und Kulturlandschaft nicht völlig unter den Tisch“, kommentiert Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des BUND die neue Regelung. „Besonders das Festhalten am Schutzstreifen und den finanziellen Anreiz, diesen freiwillig auf einen Meter zu erweitern begrüßen wir. Die Verkürzung des Schnittzeitraumes auf drei Jahre ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn die zukünftige Praxis zeigt, dass diese Ausnahmeregel, die für Knickgehölze mit starkem Breitenwachstum gelten soll, nicht missbraucht wird “, ergänzt Bielfeldt. Die geplante Aufnahme der Kompromissregelung in das Landesnaturschutzgesetz wäre aus Sicht des BUND auch Gelegenheit, die bisherigen Ausnahmen beim Biotopschutz für Knicks auf den Prüfstand zu stellen. Zudem haben Stichproben des BUND in der Vergangenheit gezeigt, dass bestehende Regeln immer wieder verletzt werden: „Gesetze und Verordnungen können nur greifen, wenn sie auch kontrolliert und Verstöße konsequent sanktioniert werden. Die Behörden müssen endlich personell und materiell in die Lage versetzt werden, ihren gesetzlichen Auftrag auch erfüllen können“, fordert abschließend Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND- Landesverband Schleswig-Holstein.



 
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