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30 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2017



BUND aktuell

 

 

Der „Große Fuchs“ ist Schmetterling des Jahres 2018

 
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes haben den „Großen Fuchs“ (Nymphalis polychloros) zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. Der schöne Falter ist in Schleswig-Holstein sehr selten und vom Aussterben bedroht. Der BUND fordert anlässlich des Landesnaturschutztages die Landesregierung und Kommunen auf, mehr für den Schutz von Insekten zu tun.

„Mit der Auszeichnung macht der BUND auf die schlechte Überlebensprognose der Schmetterlingsart aufmerksam und fordert zu mehr Insektenschutz auf“, sagte Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein steht der „Große Fuchs“ auf der Roten Liste. Der Falter lebt in trockenwarmen halboffenen Landschaften, an sonnigen Waldrändern aber auch in naturnahen Gärten und auf Streuobstwiesen. Wegen des Rückgangs dieser Lebensräume gilt er zwischen Nord- und Ostsee als sehr selten und vom Aussterben bedroht. Seine langfristige Bestandsentwicklung schätzt das Bundesamt für Naturschutz als „sehr stark rückläufig“ ein.

„Gerade unsere Dörfer und Städte sind häufig die letzten Inseln der Artenvielfalt in einer immer ausgeräumteren Landschaft“, erläutert Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent in Schleswig-Holstein. „Die Natur in Dorf und Stadt“ ist auch Thema beim diesjährigen Landesnaturschutztag in Neumünster: Gemeinsam mit Kommunen und Bürgern müssen hier Wege gefunden werden, um diese verbliebene Artenvielfalt zu erhalten. Dazu gehört auch, dass man Trends wie Steingärten, privaten Einsatz von Pestiziden und nicht-heimischen Gehölzen im Garten eine klare Absage erteilt und naturnahe Alternativen aufzeigt“, fordert Langguth.

Die BUND-Landesvorsitzende Claudia Bielfeldt schließt sich diesen Forderungen an und wünscht sich von der Landesregierung und den Kommunen mehr Einsatz für die biologische Vielfalt. „Insbesondere das Insektensterben muss endlich ambitioniert angegangen werden: Schluss mit Pestiziden für Privatpersonen, Einführung einer Abgabe auf Pestizide in der Landwirtschaft, vollständiges Pestizidverbot in Schutzgebieten und deren Umfeld, ein Pestizidverzicht für Kommunen sowie die Einführung eines unabhängigen, langfristigen Insektenmonitorings – all dies brauchen wir jetzt und nicht erst übermorgen“, fordert Bielfeldt.

Während die meisten Tagschmetterlingsarten die kalte Jahreszeit als Raupen verbringen, überwintert der Große Fuchs als ausgewachsener Falter. Daher braucht er schon im zeitigen Frühjahr Nahrung. Die erste Futterquelle sind blühende Weidenkätzchen. „Leider entfernen Förster Salweiden häufig, da ihr Holz nur wenig Geld einbringt. Das ist ein Grund für den Rückgang der Bestände des Großen Fuchs“, erläutert Tobias Langguth. „Um insbesondere dem Großen Fuchs zu helfen, sollten Weichholzarten wie die Salweide nicht mehr rücksichtslos abgeholzt werden“, so der Naturschutzexperte abschließend. Eine weitere Ursache für den Bestandsrückgang des Falters ist der schon erwähnte Verlust seines Lebensraumes durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und den Flächenverbrauch für Siedlungsbau und Verkehr.
 
Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Arten aufmerksam zu machen. Zwei Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind gefährdet.

 

UNDINE II erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das Projekt UNDINE II (UNderwater DIscovery and Nature Experience), welches vom BUND Landesverbandes Schleswig-Holstein als Leadpartner getragen wird, wird in dieser Woche als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung wird von Umweltminister Dr. Robert Habeck im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade übergeben. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.


Die Westliche Ostsee mit ihren wertvollen Lebensräumen und deren Bewohner stehen für das deutsch-dänische Interreg 5A-Projekt UNDINE II im Vordergrund. „UNDINE II will alle Altersstufen, von klein bis groß, für das Thema Ostsee begeistern und für ihren Schutz sensibilisieren.“, erklärt die Projektleiterin Stefanie Sudhaus. „Denn nur was man kennt und schätzt, schützt man auch. Und die Begeisterung kann man gar nicht früh genug wecken.“ Neben Tauchplatz-Karten und Unterwasserfilmen steht auch Umweltbildung mit auf dem Programm: Mit Maske und Schnorchel oder mit Aquaskopen die biologische Vielfalt der Unterwasserwelt erkunden, mit Spielen und Umweltbildungsheften die Lebensräume der Ostsee kennenlernen oder über Vorträge nähere Informationen über die Ostsee erhalten. Hier stehen viele Wege offen und alle Materialien finden sich zudem kostenlos auf der Projekthomepage www.undine-baltic.eu. Auch Minister Dr. Robert Habeck freut sich über das Projekt und seine Auszeichnung: „Die Unterwasserwelt der Westlichen Ostsee ist interessanter, vielfältiger und farbenfroher als vielfach angenommen. Das zeigt das Projekt UNDINE II auf besondere Weise. Ich finde es großartig, dass das Projekt nun auch Teil der UN-Dekade Biologische Vielfalt wird und gratuliere allen neun beteiligten Partnern aus Tourismus, Umweltbildung, Naturschutz und Mediendesign zu ihrer Auszeichnung. Das Projekt verknüpft Natur und Tourismus, so wird Natur erlebbar.“
Dieser Einsatz hat auch die Juroren und Jurorinnen des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt. Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhalten die Partner einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung UNDINE II einen wertvollen Beitrag leistet.


Seit Januar 2017 arbeiten unter der Leitung des BUND die Universität Kiel mit ihrer AG GeoMedien, die Firma GeoBytes, die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht, das Ostsee Info-Center Eckernförde sowie die dänischen Partner GeoCenter Møns Klint, Vordingborg Kommune, Naturturisme I/S sowie Fjord & Bælt an der Umsetzung der Projektinhalte. Sie knüpfen dabei auch an das Vorgängerprojekt UNDINE an und werden mit ihrer Arbeit aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung mit rund 1.100.000 Euro gefördert.


Kontakt:

Stefanie Sudhaus, , 0431-66060-52


Offener Brief: Politiker im Norden müssen Aal-Rettung unterstützen


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein hat in einem offenen Brief Umweltminister Habeck aufgefordert, das geplante Aal-Fangverbot in der Ostsee weiter tatkräftig zu unterstützen. Die EU-Kommission hatte auf langjährige wissenschaftliche Empfehlungen reagiert und Ende August endlich ein Fangverbot vorgeschlagen. Trotz der klaren Faktenlage wird dieser Vorschlag von Fischern und Anglern massiv angegriffen. Der BUND unterstützt die Rettung des Aals und ruft die Öffentlichkeit ab sofort auf, mit einer Online-Kampagne aktiv zu werden.

„Seit 2007 sind Managementpläne für den Aal in der EU verpflichtend. Jedes Jahr werden große Summen von Steuergeldern in Besatzmaßnahmen zur scheinbaren Rettung des Aals investiert, während an anderer Stelle kräftig weitergefischt wird. Eine absurde Verschwendung von Steuergeldern, die dem Aal bisher in keinster Weise geholfen hat, da ein Großteil der Jungtiere bei dieser Maßnahme stirbt“, erläutert Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein. „Es ist wirklich kurz vor zwölf. Wenn wir den Aal retten wollen, dann müssen wir drastische Maßnahmen ergreifen.“

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Aal-Nachwuchs im Vergleich zum Zeitraum 1960 bis 1979 inzwischen um bis zu 99 Prozent abgenommen hätte. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hatte daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass bis zur Erholung der Bestände alle Todesursachen für den Aal soweit auf null reduziert werden müssten, wie menschlich möglich. Dies beträfe vor allem die Fischerei. Dem folgte die EU-Kommission am 29. August mit dem Vorschlag ab 2018 jeglichen Aal-Fang in der Ostsee zu verbieten. Die endgültige Entscheidung soll Anfang Oktober im EU-Fischereirat fallen.

In einem offenen Brief hat der BUND nun Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck um Unterstützung für den Vorschlag der EU-Kommission geworben. Gleichzeitig können sich Bürgerinnen und Bürger mit einer Online-Aktion an Bundesfischereiminister Schmidt und Landesumweltminister Habeck wenden, um ihre Unterstützung für die Rettung des Aals zu signalisieren. „Unsere Politiker im echten Norden müssen sich in Brüssel für den Aal stark machen. Wenn wir jetzt auf die kurzfristigen Interessen der Nutzer hören, wird es bald keinen Aal mehr geben. Der Aal ist kein Fisch wieder jeder andere: Er lässt sich nicht in Gefangenschaft vermehren. Die sogenannten jungen Glasaale zu fangen, um sie dann an anderer Stelle wieder freizulassen hilft also nicht, denn jeder ausgesetzte Aal ist ein Wildfisch“, erklärt Stefanie Sudhaus, BUND-Meeresschutzexpertin in Schleswig-Holstein. „Es bleibt deshalb nur eine Maßnahme: Wir müssen den Fang einstellen: In den Meeren, aber auch an den Küsten und in den Flüssen und Seen. Wenn wir jetzt nicht handeln, ist es zu spät“, appelliert Sudhaus abschließend.


Streuobstwiesen-Netzwerk darf weiter wachsen


Das Projekt „Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiesen Schleswig-Holstein“ des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. geht in die zweite Runde. Nach der Verlängerung des Projektes um zwei Jahre durch die Förderzusage der BINGO!-Umeltlotterie steht am Sonntag, 16. Juli 2017 die erste Aktion im neuen Projektzeitraum beim „Langen Tag der StadtNatur Kiel“ an. Mithilfe von Veranstaltungen wie dieser informiert der BUND über die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen und begeistert Groß und Klein für diese vielfältigen Lebensräume in unserer Heimat.

In Kooperation mit seinem Kieler Projektpartner Akowia e.V. wird der BUND Schleswig-Holstein am Sonntag, 16. Juli 2017 von 14:00 bis 16:00 Uhr eine Obstwiesenführung sowie Spiele für Kinder im Naturerlebsniszentrum Kollhorst, Kollhorster Weg 1, 24109 Kiel anbieten. Für die kostenlose Veranstaltung ist keine Anmeldung notwendig.

Das Netzwerk widmet sich nicht nur der Umweltbildung, sondern erfasst auch erstmals den Obstbestand in Schleswig-Holstein. Die Erfassung wurde bereits im ersten Projektjahr gestartet und wird nun fortgeführt. Dabei können Kommunen und Bürger*innen öffentliche und private Streuobstflächen – Obstalleen, einzelne Obstbäume in der Landschaft, Obstgärten und Obstwiesen – melden. Die erhobenen Daten werden in einem digitalen Kataster gespeichert und können auf einer interaktiven Karte im Internet von der Öffentlichkeit abgerufen werden. „Mit Hilfe der Erfassungsaktion möchte der BUND die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der Behörden auf Streuobstwiesen und alte Obstsorten lenken“, erklärt Projektleiterin Birte Lindner. „Diese landesweite Obsterfassung ist eine entscheidende Grundvoraussetzung, um weitere Schritte und Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung dieser wertvollen Biotope in unserer Kulturlandschaft und am Rande von Siedlungen zu ergreifen.“ Gut entwickelte und vernetzte Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas und können tausende Organismen beherbergen. „Obstwiesen haben deshalb eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und beleben zudem das Landschaftsbild – auch in Norddeutschland“, erläutert Birte Lindner die Hintergründe des Projektes. Die bundesweite Anzahl von Streuobstwiesen ist seit Mitte des vorigen Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen und im Zuge von Siedlungsausbreitungen um etwa 80 Prozent gesunken. Zu den heutigen Gefährdungen von Streuobstwiesen zählen vor allem fehlende Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen.


Koalitionsvertrag aus Umweltsicht: Bewertung des BUND liegt vor


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein hat den Jamaika-Koalitionsvertrag einer ausführlichen Bewertung aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes unterzogen. Nach Analyse des BUND enthält der Koalitionsvertrag durchaus einige gute Ideen, um den Schutz der Natur und den Erhalt der Umwelt in Schleswig-Holstein zu verbessern. Diese Maßnahmen würden aber häufig durch weitere widersprüchliche Vorhaben konterkariert. Der BUND hofft, mit der ausführlichen Analyse den Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen und der FDP eine Entscheidungshilfe zu bieten.

„Wir freuen uns etwa sehr, dass endlich eine Landesstrategie zur Biologischen Vielfalt kommen soll – dieses Instrument hat uns seit Langem gefehlt“, erläutert Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer, ein Ergebnis der Analyse. „Auf solch eine Strategie hatten wir als BUND schon vor der Wahl gedrängt – ebenso wie auf den Nachhaltigkeitscheck für die Landesregierung. Das beides nun kommen soll, ist ein Gewinn für den Naturschutz im Land“, so Eggers weiter. Der geplante Nachhaltigkeitscheck könne sogar eine richtige Revolution für die Landespolitik sein, wenn dieser dazu führe, dass die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Schleswig-Holstein tatsächlich in der Realität umgesetzt würden, erläutert Eggers.  „Ich bin aber skeptisch, ob dies wirklich so ambitioniert wie nötig passiert – an vielen Stellen im Koalitionsvertrag werden die hehren Vorhaben durch altbekannte, einseitig auf Wachstum fixierte Maßnahmen aus der Mottenkiste ad absurdum geführt. Bestes Beispiel ist, dass man einerseits auf ‚klimaschonende Infrastruktur‘ setzen möchte, andererseits soll der Weiterbau der A20 und der Fehmarnbelt-Querung ohne Rücksicht auf Verluste weiter voran getrieben werden. Nun ist es an den Mitgliedern der Grünen und der FDP, sich darauf einen Reim zu bilden“, so Eggers.

Die Mitglieder im BUND Schleswig-Holstein hatten den Koalitionsvertrag durchforstet und die für den Umwelt- und Naturschutz relevanten Positionen mit einem fünfteiligen Ampelsystem von „gut“, über „teilweise gut“, „neutral“, „teilweise schlecht“ bis „schlecht“ bewertet.  „Für uns war wirklich auffällig, wie häufig sich die Ziele im Koalitionsvertrag widersprechen: So möchte die zukünftige Landesregierung den Flächenverbrauch im Land senken und mehr Flächen entsiegeln. Das ist eine gute Idee und auch von der Bundesregierung als Ziel vorgegeben. Andererseits möchte die Koalition aber auch die Ausweisung von Gewerbegebieten und den Bau von Gebäuden vereinfachen. Mehr Gewerbegebiete macht mehr Flächenverbrauch, nicht weniger“, illustriert Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent, einen der Fallstricke im Koalitionsvertrag. „Letztlich müssen die Tiere und Pflanzen in Schleswig-Holstein wahrscheinlich froh sein, dass es nicht zu den angedrohten Rückschritten im Naturschutzrecht kommen soll. Unser Planet verändert sich jedoch rasant – und nicht zum Vorteil der Artenvielfalt. Fünf Jahre Stagnation in der Gesetzgebung könnte für einzelne Arten das Ende bedeuten. Wir müssen jetzt engagiert für Natur- und Klimaschutz aktiv werden – und nicht erst wieder in fünf Jahren“, so Langguth abschließend.

Pressekontakt:
Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer
Tel. 0431 66060 60, Mobil 0178 635 07 19, E-Mail



Streuobstwiesen – Gesundes Obst von nebenan


Anlässlich des „Tages der gesunden Ernährung“ am 7. März macht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. auf Streuobstwiesen als lokale Produzenten gesunder Nahrungsmittel aufmerksam. In seinem Projekt „Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiesen Schleswig-Holstein“ informiert der BUND über die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen und die Vorteile von regional erzeugten Obstprodukten. Erstmals wird mit dieser Aktion der kommunale und private Streuobstbestand – Obstalleen, einzelne Obstbäume in der Landschaft, Obstgärten und Obstwiesen – erfasst. Apfel, Birne und Co. enthalten viele lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. „Frisches Obst gehört zu einer gesunden Ernährung des Menschen und sollte auf jedem Speisezettel stehen“, sagt Projektleiterin Birte Pankau vom BUND-Landesverband. „Wer Äpfel von der Streuobstwiese aus der Region kauft und auf Übersee-Ware aus dem Supermarkt verzichtet, stärkt zum einen lokale Anbieter und verbessert zum anderen seine eigene Klimabilanz.“

Streuobstwiesen liefern nicht nur viele schmackhafte und gesunde Produkte wie frisches Obst und naturtrübe Säfte. Sie sind auch Lebensraum für viele tausend Tier- und Pflanzenarten. Obstwiesen haben deshalb eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt und beleben zudem das Landschaftsbild – auch in Norddeutschland.Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist bundesweit die Anzahl von Streuobstwiesen aus wirtschaftlichen Gründen und im Zuge von Siedlungsausbreitungen geschätzt um etwa 80 Prozent gesunken. Mit dem Rückgang von Streuobstwiesen sind auch alte, regionale Obstsorten in Vergessenheit geraten. Dabei zeichnen sich alte Sorten durch eine geschmackliche Vielfalt aus und sind oftmals sehr robust. Manche sind zudem für Allergiker besser verträglich als Neuzüchtungen.

Das von der BINGO!-Umweltlotterie geförderte Projekt „Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiesen Schleswig-Holstein“ soll dazu beitragen, den Pflegezustand von bestehenden Streuobstwiesen zu verbessern. Ziel ist es, diese ökologisch aufzuwerten sowie die Betreuung von vorhandenen und neuen Flächen dauerhaft zu gewährleisten. Zusätzlich möchte der BUND Ehrenamtliche fortbilden sowie Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe von Infomaterialien und Veranstaltungen, wie Kursen zum Obstbaumschnitt, für diese faszinierenden und artenreichen Biotope in unserer Heimat sensibilisieren und begeistern. Weitere Informationen zum Projekt und der landesweiten Obsterfassung sind auf unserer Homepage zu finden:www.netzwerk-streuobstwiesen.sh

 

Gericht bremst Elbvertiefung aus

BUND, NABU und WWF: „Planung nach 10 Jahren immer noch nicht rechtskonform“ / Umweltverbände fordern Kooperation der Seehäfen und bessere Flusspolitik


Es gibt weiterhin kein grünes Licht für die geplante Elbvertiefung. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) in Leipzig hat heute verkündet, dass der vorliegende Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung  rechtswidrig ist und nicht vollzogen werden kann. Das Gericht folgt damit überwiegend einer vom WWF unterstützen Klage der Umweltverbände BUND und NABU. „Den Behörden ist es erneut nicht gelungen, eine rechtskonforme Planung  für die  geplante Elbvertiefung vorzulegen – und dies nach 10 Jahren Verfahrensdauer. Die Planungsbehörden wären gut beraten, das Umweltrecht endlich ernst zu nehmen“, kommentieren die Verbände. Die Richter kritisierten, dass die Auswirkungen auf die Natur unterschätzt wurden und die geplanten Reparaturmaßnahmen bei weitem nicht ausreichen. „Die Planungsbehörden wollten das ohnehin vorgeschriebene Naturschutzpflichtprogramm als speziellen Ausgleich für den schweren Eingriff in die Elbe verkaufen. Dieser Etikettenschwindel ist aufgeflogen. Nun sind zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich, damit der schwere Eingriff in den Lebensraum Elbe mit dem Recht vereinbar wäre“, so die Umweltverbände BUND, NABU und WWF. Über den konkreten Fall hinaus ist dieses Urteil bedeutsam für die notwendige Beachtung der deutschen und europäischen Naturschutzvorschriften auch bei großen Infrastrukturplanungen. Das frühere „Wegwägen“ von Naturschutzbelangen führt nach heutiger Rechtslage zum Scheitern von Planungen. Die Umweltverbände favorisieren weiterhin eine Kooperation der drei norddeutschen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven als ökologisch und volkswirtschaftlich beste Lösung. Es sei unverantwortbar, die Elbe und deren einzigartige Natur für wenige Großcontainerschiffe weiter zu zerstören, während der für über eine Milliarde Euro gebaute Jade-Weser-Port keinerlei Tiefgangsbeschränkungen habe, aber nur zu rund 20 Prozent ausgelastet sei. „Für die ganz großen Schiffe gibt es eine Alternative, für die Natur nicht“, so die Umweltschützer von BUND, NABU und WWF.


Bei der geplanten Elbvertiefung handelt es sich um den historisch größten Eingriff in die Tideelbe zwischen Hamburg und der Nordsee. Mit rund 40 Mio. Kubikmetern soll drei Mal mehr Sediment aus dem Fluss gebaggert werden als bei der letzten Vertiefung im Jahr 1999. Es besteht das Risiko, dass das Ökosystem der Elbe durch veränderte Strömungsverhältnisse, erhöhten Schwebstofftransport und sinkende Sauerstoffwerte stark geschädigt wird. Das Flussmündungsgebiet an der Ems ist aufgrund von Vertiefungsmaßnahmen bereits zum Sanierungsfall geworden.


Finger weg vom Verbandsklagerecht

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein weist die Forderungen des parlamentarischen Geschäftsführers und verkehrspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp zur Abschaffung des Verbandsklagerechtes empört zurück. Ein Missbrauch liege nicht vor, Klagen seien nur dann möglich und erfolgreich, wenn Planungen nachlässig durchgeführt und EU-Vorschriften missachtet werden. Die Klagemöglichkeit der Verbände als Anwalt der Natur ist unersetzbar, um die Interessen von Natur und Umwelt zu wahren. Fledermäuse und Orchideen können nicht klagen.


„Die Forderung von Hans-Jörn Arp geht an der Realität vorbei. Das Verbandsklagerecht ist ein wichtiger Bestandteil unseres Rechtsstaates. Ohne das Verbandsklagerecht gäbe es keine Möglichkeit, dass die Interessen und Rechte von Tieren, Pflanzen und zukünftiger Generationen Berücksichtigung finden. Tiere und Pflanzen können ihr Lebensrecht nicht selbst vor Gericht einfordern – wir können das aber stellvertretend für sie tun. Das ist richtig und wichtig.“, äußert sich Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, empört. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Klagen der Verbände nur dann Erfolg haben können, wenn Behörden und Planer ihre eigenen Gesetze und EU-Vorschriften nicht einhalten. Das eigentlich Skandalöse ist, dass staatliche Institutionen immer wieder durch Klagen dazu gezwungen werden müssen, den Willen des Gesetzgebers auch einzuhalten“, so Bielfeldt weiter.


Der Vorstoß der CDU ist Folge der Ankündigung des Landesnaturschutzverbandes gegen den Weiterbau der A 20 bis nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen. Neben der Abschaffung des Verbandsklagerechtes fordert die CDU offenbar auch eine Streichung der institutionellen Förderung der Umweltverbände, insbesondere da diese nach Darstellung der CDU zur Finanzierung der Klagen verwendet werden würden.

„Tatsache ist, dass die institutionelle Förderung des Landes nur einen Bruchteil der verfügbaren Gelder der Verbände ausmacht – insbesondere etwaige Klageverfahren werden ausnahmslos aus Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen finanziert; aus Spendengeldern, die die Verbände genau für diesen Zweck bekommen haben. Die Menschen im Land wollen, dass wir uns für die Rechte von Natur und Umwelt einsetzen – auch vor Gericht! Die projektgebundene Finanzierung für Natur- und Artenschutzprojekte durch die BINGO!-Umweltlotterie hat damit nicht im Geringsten etwas zu tun – eine Finanzierung, die sich im Übrigen aus den Lotterieerlösen speist und nicht dem Landeshaushalt“, erläutert Bielfeldt weiter. „Wir lassen uns das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nehmen. Die CDU täte gut daran mit Argumenten, nicht mit Drohungen zu überzeugen“, so Bielfeldt abschließend.


Pressekontakt:


Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende


Grüne verraten Widerstand gegen A20 und Fehmarnbeltquerung

Die schleswig-holsteinischen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein (LNV) empören sich über den Vorstoß in der grünen Partei, die Waffen bei der A20 und der Fehmarnbeltquerung zu strecken. Nachdem die Partei die Arbeit im Widerstand in der laufenden Periode schon einseitig den Umweltverbänden und den Menschen vor Ort überlassen hatte, verraten sie nun ihre ökologischen Grundsätze, um sich vorauseilend als Kooperationspartner anzubiedern. Eine grüne Partei ohne ihr unverwechselbares Markenzeichen hat ausgedient, bilanzieren die Umweltverbände. In der Ausgabe der Kieler Nachrichten vom 21. September 2016 war berichtet worden, dass die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold dafür plädiert, den Widerstand gegen die A20 und den Belttunnel aufzugeben.

„Mit dem Vorstoß von Monika Heinold und Andreas Tietze werden rote Linien überschritten – offenbar gerade ein Trend bei Rot und Grün bei ihrem Drang in die sogenannte „politische Mitte“. Bisher standen die Grünen in Schleswig-Holstein erfolgreich für eine nachhaltige Verkehrspolitik – dem soll nun offenbar eine Absage erteilt werden, um einer Koalition mit Rot oder Schwarz keine Steine in den Weg zu legen“, so Claudia Bielfeldt, Vorsitzende des BUND-Landesverbandes Schleswig-Holstein. Dabei sind die Argumente für eine Verhinderung dieser unsinnigen Verkehrsprojekte nach wie vor günstig besetzt. „Denn das Umweltbundesamt hat die A20 als das umweltschädlichste Fernstraßenprojekt in Deutschland bezeichnet, die Finanzierung in Berlin bröckelt und jetzt fallen einzelne Politiker der grünen Partei der Umweltbewegung in den Rücken – aus rein wahltaktischen Gründen“, so Volkher Looft, Vorsitzender des LNV. Zudem seien weder die rechtlichen Möglichkeiten bei der A20 ausgeschöpft, noch ginge es bei der Fehmarnbeltquerung um den Staatsvertrag. Den Vertrag von 2008 nun als Erkenntnisgewinn heranzuziehen ist ein Zeichen für eine unausgegorene Neuorientierung von einzelnen grünen Spitzenpolitikern.

Beide Großprojekte passen aus Sicht der Umweltverbände nicht zu den Mobilitätskonzepten des 21. Jahrhunderts und den Anstrengungen zum Klimaschutz. A20 und Beltquerung verursachen fatale Eingriffe in empfindlichste Ökosysteme und horrende Kosten für die Steuerzahler. „Die umweltbewussten Wähler in Schleswig-Holstein müssen sich jetzt fragen, ob die Grünen ökologisch fundierte Positionen für eine fragwürdige Machtpolitik opfern. Viele Menschen erwarten von den Grünen konkrete Unterstützung im Engagement gegen diese beiden Millionengräber“, so Bielfeldt abschließend.


Neues Projekt des BUND:
Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiese Schleswig-Holstein

Streuobstwiesen bieten mehr als nur Obst. Mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten wie Vögel, Fledermäuse und nützliche Insekten besiedeln diesen einzigartigen Lebensraum. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. gründet ein norddeutsches Netzwerk zu Streuobstwiesen und erfasst erstmals den Bestand in Schleswig-Holstein. „Kulturhistorisch ist Norddeutschland kein typischer Standort für Streuobstwiesen“, erklärt die BUND-Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt. „In den letzten Jahren wurden in schleswig-holsteinischen Kommunen zahlreiche Streuobstwiesen als Ausgleichsflächen für Eingriffe in die freie Landschaft angelegt. Sie besitzen eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt in der heutigen Kulturlandschaft und am Rande von Siedlungen“.

„Streuobstwiesen sind stark gefährdete Biotope in unserer Kulturlandschaft“, erläutert Projektleiterin Birte Pankau vom BUND-Landesverband die Hintergründe des Projektes. „Anders als in einigen anderen Bundesländern zählen Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein nicht zu den gesetzlich geschützten Biotoptypen. Wie viele Streuobstwiesen es in Schleswig-Holstein tatsächlich gibt und in welchem Zustand sie sich befinden, möchten wir in dem neuen Projekt gemeinsam mit unseren BUND-Gruppen vor Ort und unseren Kooperationspartnern herausfinden.“ Zentraler Bestandteil des von BINGO!-Die Umweltlotterie geförderten Projektes ist die Anlage eines digitalen Katasters. Die Standorte der Streuobstwiesen werden auf einer interaktiven Karte im Internet dargestellt. Das Projekt soll dazu beitragen, den Pflegezustand von bestehenden Streuobstwiesen zu verbessern und diese ökologisch aufzuwerten sowie die Betreuung von vorhandenen und neuen Flächen langfristig zu gewährleisten. Dazu werden auf Grundlage der erhobenen Daten im Laufe des Projektes Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für Streuobstwiesen erarbeitet und an die entsprechenden Behörden weitergegeben.


Die Bestandsaufnahme von vorhandenen  Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein wird voraussichtlich im Herbst 2016 starten. Bereits jetzt können norddeutsche Akteure und Interessierte die kostenlose Tauschbörse für Geräte, Flächen und Früchte sowie den Veranstaltungskalender des Netzwerkes auf www.bund-sh.de/streuobstwiesen nutzen. Zusätzlich möchte der BUND mit Hilfe von Infomaterialien und Veranstaltungen Ehrenamtliche fortbilden sowie Bürger für diese artenreiche Biotope sensibilisieren und begeistern.

 

Neue Broschüre des BUND:
Bienenfreundliche Kommune – wie geht das?


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. stellt seine neue Broschüre zum kommunalen Bienenschutz vor. „Mit dieser Broschüre zum kommunalen Bienenschutz möchten wir aufzeigen, wie man vom Hobbygärtner bis zur Verwaltungsangestellten die Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen im Siedlungsraum verbessern kann“, erklärt Dr. Florian Schulz aus dem BUND-Landesvorstand. „Konkrete Beispiele für Maßnahmen und Aktionsideen sowie geeignete Pflanzen zeigen den Weg zu mehr ‚Bienenfreundlichkeit‘ in Gemeinden, Schulen und Gärten auf“. Darüber hinaus informiert die Broschüre über die Gefährdung und Schutzwürdigkeit unserer heimischen Bienen sowie deren Lebensweise. Denn Wildbienen zählen zu einer der am meisten bedrohten Tiergruppen in Schleswig-Holstein. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet.

„Eintönig gestaltete Gärten und Kommunen sind mit ihren kurzgeschorenen, blumenlosen Rasen und wenigen exotischen Pflanzen leider eher die Regel als die Ausnahme – und alles andere als ein ansprechender Lebensraum für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten“, erläutert Birte Pankau, Biologin beim BUND-Landesverband, die Hintergründe zur Erstellung der Broschüre. „Von bunten und artenreichen Gärten sowie angepassten Bewirtschaftungsmethoden in den Gemeinden profitieren nicht nur Bienen, sondern auch zahlreiche andere Tiere – und letztendlich steigt auch die Lebensqualität für uns Menschen vor Ort.“

Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. Mit Ausnahme von Spezialisten profitieren viele blütenbesuchende Insekten von naturnah und artenreich gestalteten öffentlichen Grünflächen und Gärten. Die in der Broschüre vorgestellten Teilnehmer des BUND-Wettbewerbes „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ zeigen Handlungsleitfäden auf. Sie verdeutlichen, dass sich Gemeinden nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis erfolgreich für Bienen einsetzen können. Neben vielen Hintergrundinformationen und konkreten Tipps stellen wir Ihnen die Preisträger des Wettbewerbes mit ihren Konzepten und Ideen zur Inspiration vor.
 
Die Broschüre kann kostenlos (zzgl. Versandkosten) in der BUND-Landesgeschäftsstelle bestellt werden

 

Preetz und Ratekau summen sich zum Sieg

Der BUND-Landesverband hat am Mittwoch in Kiel bekanntgegeben, welche der acht Finalisten als Preisträger aus dem landesweiten Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ in den beiden Kategorien „Dorf“ und „Stadt“ hervorgegangen sind. Die Schusterstadt Preetz (Kreis Plön) ist Siegerin der Städte und die Gemeinde Ratekau (Kreis Ostholstein) hat den ersten Platz unter den Dörfern erreicht. Die zweiten Plätze sind jeweils doppelt besetzt mit den Städten Lübeck (kreisfrei) und Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) sowie den Gemeinden Ruhwinkel (Kreis Plön) und Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein).


„In unserem landesweiten Wettbewerb haben wir Dörfer und Städte gesucht, die ihr Potenzial zur Förderung von Bienen und anderen blütenbestäubenden Insekten im Siedlungsraum nutzen“, sagt Carl-Heinz Christiansen, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Schleswig-Holstein. „Die zwei Siegerkommunen Preetz und Ratekau haben die Nase um eine Flügelbreite vorne, da sie neben einer Vielfalt an kommunalen Aktivitäten rund um Wild- und Honigbienen mit ihrer langjährigen strategischen Arbeit für Kontinuität im Bienen- und Artenschutz sorgen.“ Die Jury hat bei der Bewertung der Teilnehmerbeiträge darauf geachtet, wie die Kommunen mit vorhandenen natürlichen Wildbienen-Lebensräumen umgehen, ob Nist- und Nahrungsplätze geschaffen werden und ob bei der Anlage und Pflege von öffentlichen Flächen die Bedürfnisse von Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten beachtet werden. Relevant war auch das Engagement der Gemeinden in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. „Die jeweils doppelt besetzten zweiten Plätze verdeutlichen, wie eng die Finalisten beieinander lagen“, betont Dr. Florian Schulz aus dem BUND-Landesvorstand und Mitglied der Jury. Alle sechs platzierten Kommunen haben eine Urkunde, eine Plakette und eine große Wildbienen-Nisthilfe sowie eine bienenfreundliche Winter-Linde – den „Baum des Jahres 2016“ – erhalten.


„Wildbienen zählen zu einer der am meisten gefährdeten Tiergruppen in Schleswig-Holstein“, informiert Projektleiterin Birte Pankau. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet. „Der Wettbewerb hat die Bekanntheit der Honigbiene genutzt, um auf die Gefährdung und Schutzwürdigkeit von Wild- und Honigbienen hinzuweisen und für mehr Bienenschutz vor Ort werben“, ergänzt Thorsten Liliental, der 1. Vorsitzende von De Immen e.V. Der norddeutsche Imkerverband unterstützte und begleitete den Wettbewerb gemeinsam mit dem bundesweit agierenden Netzwerk Blühende Landschaft als Kooperationspartner des BUND. Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. Mit Ausnahme von Spezialisten profitieren viele blütenbesuchende Insekten von naturnah und artenreich gestalteten öffentlichen Grünflächen. Angepasste Bewirtschaftungsmethoden in den Gemeinden sind deshalb von unschätzbarem Wert. „In unserem Wettbewerb verstehen wir die Biene als Vermittlerin für buntere und artenreichere Städte, wovon letztendlich viele Lebewesen und auch wir Menschen profitieren werden“, so Birte Pankau.


Fortschritt für Naturschutz in Schleswig-Holstein

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein begrüßt den heutigen Beschluss des Landtages, das Landesnaturschutzgesetz und weitere Naturschutz-Vorschriften zu novellieren. Zwar seien einzelne, wichtige Änderungsvorschläge nicht übernommen worden, unterm Strich sei das neue Gesetz aber ein Gewinn für den Natur- und Umweltschutz in Schleswig-Holstein. „Der Natur im Land geht es nicht gut. Alle Untersuchungen zeichnen weiterhin ein deprimierendes Bild vom Zustand der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein, insbesondere auf den landwirtschaftlichen Flächen. Ein verbesserter ordnungsrechtlicher Schutz ist deshalb schon lange notwendig gewesen. Diese Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes wird zwar keine Wunder bewirken, ein starkes Ordnungsrecht ist jedoch ein wichtiger Pfeiler beim Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, stellt Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende, fest. „Bedauerlich ist allerdings, dass weder im Wald- noch im Jagdrecht substantielle Verbesserungen erzielt werden konnten. Hier wäre mehr möglich.“


Der BUND begrüße insbesondere, dass zukünftig keine gentechnisch veränderten Organismen im Umkreis von 3000 Metern um Naturschutzgebiete ausgebracht werden dürften. Auch sei es ein kleiner Fortschritt, dass der Jagd- und Artenschutzbericht offenbar in einen umfassenderen Bericht zur biologischen Vielfalt überführt werden soll. Dass das Vorkaufsrecht nun wieder als Instrument für die Naturschutzbehörden zur Verfügung stehe und die Kreisnaturschutzbeauftragten verpflichtend werden, sei ebenso ein Erfolg. Auch die Wiedereinführung einer klar definierten, sogenannten ‚Positiv-Liste‘ für naturschutzfachliche Eingriffe, wird nach Bewertung des BUND zu einer Entlastung der Naturschutzbehörden führen und notwendige Klarheit für Investoren schaffen.  „Die generelle Stoßrichtung des Gesetzesentwurfes zeigt in die richtige Richtung: Freiwilligkeit und Ordnungsrecht sind als zwei Seiten einer Medaille zu sehen“, lobt Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer. „Ob die neue Fassung des Landesnaturschutzgesetzes zum Erfolg wird, hängt jedoch von der finanziellen und personellen Ausstattung der Naturschutzbehörden und dem Kooperationswillen der Flächennutzer ab. Für beides muss dringend mehr Geld bereitgestellt werden. Den Schutz von Mutter Natur gibt es nicht zum Nulltarif. Große Herausforderungen liegen noch vor uns – insbesondere im Bereich Landwirtschaft. Diese muss endlich ökologischer und klimafreundlicher werden“, schließt Eggers ab.


Alles öko, oder was? –
Neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. stellt seine neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut vor. „Rechtzeitig zum Beginn des Gartenjahres 2016 präsentieren wir die neue Broschüre zum Thema ökologisches Saat- und Pflanzengut. Mit dieser Broschüre möchte der BUND insbesondere die Gartenfreunde einladen, durch den Einsatz von ökologischem Saat-und Pflanzengut ihren Teil zu einer gesünderen Umwelt beizutragen“, erläutert Initiator Dieter Peters-Kühnel von der BUND-Kreisgruppe Pinneberg. Ökologisches Saatgut kann selbst vermehrt werden und wird so gezüchtet, dass die Pflanzen sich auch ohne Pestizide gegen Krankheiten behaupten können“, so der Umweltschützer weiter. Denn ein wichtiger Anlass für die Erstellung dieser informativen Broschüre sei unter anderem die mögliche Wiederzulassung des Pflanzengiftes Glyphosat in Deutschland und der EU in diesem Jahr.

Glyphosat – Hauptbestandteil des Pflanzenvernichters Roundup – wurde von der Weltgesundheitsorganisation als ‚wahrscheinlich krebserzeugend‘ eingestuft und ist wohl auch schädlich für viele Bodenorganismen. Ergänzend bieten die Glyphosat-Hersteller herbizid-kompatibles Saatgut an, welches meistens nicht samenfest ist. Das heißt, das Saatgut kann nicht selbst vermehrt werden. Landwirte und Hobbygärtner geraten so in die Abhängigkeit von Saatgutherstellern, die jedes Jahr aufs Neue quasi steriles Saatgut auf den Markt bringen. „Es gibt also sehr gute Argumente für ökologische Anbaumethoden sowohl in den häuslichen Gärten als auch in der Landwirtschaft. Gesunde Böden, sauberes Trinkwasser und eine unbelastete Nahrung sind unerlässlich für unser aller Gesundheit und Wohlbefinden“, erläutert Peters-Kühnel abschließend.

Der BUND möchte mit Informationen und Beratung dazu beitragen, dass weitere Verunreinigungen unserer Böden und Gewässer vermieden sowie der Rückgang der biologischen Vielfalt verhindert werden.  Die kostenlose Broschüre ist landesweit erhältlich und kann über die BUND-Kreisgruppe Pinneberg oder die BUND-Landesgeschäftsstelle bezogen werden.

 


 

 
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