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25 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2012



BUND aktuell


Keine Laubbläser in Gärten und Parks

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein appelliert an Bürger*innen und Kommunen im Sinne des Naturschutzes möglichst keine Laubbläser und Laubsauger einzusetzen. Sollte ein Einsatz unbedingt notwendig sein, sollten aus Gründen des Lärmschutzes und der Luftqualität bevorzugt akkubetriebene Geräte verwendet werden. „Kaum fällt im Herbst das Laub von den Bäumen, lärmen sie wieder in Parks und Gärten: die Laubsauger oder -bläser. Doch diese Gartengeräte stören den Naturhaushalt und belasten durch Lärm, Schadstoffe und unnötigen Energieverbrauch die Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier“, erläutert Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband. „Laub ist kein Abfall, sondern eine hervorragende Einrichtung der Natur im Nährstoffkreislauf“, so Pankau weiter. Laut BUND beeinträchtigen Laubsauger und Laubbläser mit orkanartigen Luftgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde die Bodenbiologie, indem wichtige Kleinlebewesen wie Käfer und Spinnen zusammen mit dem welken Laub radikal entfernt würden. „Durch die intensive Entfernung des Laubes wird der Boden seiner schützenden Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schütze. Zudem fehlt im Frühjahr der aus verrottetem Laub gebildete Humus als natürlicher Dünger“, erklärt Birte Pankau den Nutzen einer Laubschicht.

„Die Geräte versprechen zwar eine Arbeitserleichterung im herbstlichen Garten, indem Laub weggeblasen oder aufgesaugt und teilweise noch zerkleinert wird. Durch die elektrische Beseitigung von Laub kostet der Betrieb allerdings Kraftstoff. Benutzer und Nachbarn werden mit einem Geräuschpegel von über 100 Dezibel ähnlich wie mit einem Presslufthammer belästigt“, ergänzt Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent in Schleswig-Holstein. „Am besten ist es, Laub nicht zu entfernen, sondern als Frostschutz unter Bäumen, Hecken und Sträuchern zu verteilen. In abgelegenen Garten- oder Parkecken können aufgeschichtete Laubhaufen als Überwinterungsquartier für viele Tiere, wie Igel und Schmetterlingsraupen, angelegt werden. Dies fördert die Artenvielfalt und Schönheit im Garten“, so Langguth weiter.

Wenn Wege oder Parkplätze aus Sicherheitsgründen von Laub befreit werden müssten, so sollten Gartenbesitzer und Kommunen auf altbewährte Geräte wie Besen, Harke und Rechen zurückgreifen, empfiehlt der BUND. „Falls ein Laubbläser als wirklich unverzichtbar eingeschätzt wird, dann sollte man wenigstens auf eine elektrische, mit Ökostrom betriebene Variante setzen: Der Klimaschutz und die Luftqualität werden es einem danken – dies gilt insbesondere für den verbreiteten Einsatz in öffentlichen Parkanlagen“, appelliert Langguth abschließend.


Finger weg vom Verbandsklagerecht

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein weist die Forderungen des parlamentarischen Geschäftsführers und verkehrspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp zur Abschaffung des Verbandsklagerechtes empört zurück. Ein Missbrauch liege nicht vor, Klagen seien nur dann möglich und erfolgreich, wenn Planungen nachlässig durchgeführt und EU-Vorschriften missachtet werden. Die Klagemöglichkeit der Verbände als Anwalt der Natur ist unersetzbar, um die Interessen von Natur und Umwelt zu wahren. Fledermäuse und Orchideen können nicht klagen.


„Die Forderung von Hans-Jörn Arp geht an der Realität vorbei. Das Verbandsklagerecht ist ein wichtiger Bestandteil unseres Rechtsstaates. Ohne das Verbandsklagerecht gäbe es keine Möglichkeit, dass die Interessen und Rechte von Tieren, Pflanzen und zukünftiger Generationen Berücksichtigung finden. Tiere und Pflanzen können ihr Lebensrecht nicht selbst vor Gericht einfordern – wir können das aber stellvertretend für sie tun. Das ist richtig und wichtig.“, äußert sich Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, empört. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Klagen der Verbände nur dann Erfolg haben können, wenn Behörden und Planer ihre eigenen Gesetze und EU-Vorschriften nicht einhalten. Das eigentlich Skandalöse ist, dass staatliche Institutionen immer wieder durch Klagen dazu gezwungen werden müssen, den Willen des Gesetzgebers auch einzuhalten“, so Bielfeldt weiter.


Der Vorstoß der CDU ist Folge der Ankündigung des Landesnaturschutzverbandes gegen den Weiterbau der A 20 bis nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen. Neben der Abschaffung des Verbandsklagerechtes fordert die CDU offenbar auch eine Streichung der institutionellen Förderung der Umweltverbände, insbesondere da diese nach Darstellung der CDU zur Finanzierung der Klagen verwendet werden würden.

„Tatsache ist, dass die institutionelle Förderung des Landes nur einen Bruchteil der verfügbaren Gelder der Verbände ausmacht – insbesondere etwaige Klageverfahren werden ausnahmslos aus Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen finanziert; aus Spendengeldern, die die Verbände genau für diesen Zweck bekommen haben. Die Menschen im Land wollen, dass wir uns für die Rechte von Natur und Umwelt einsetzen – auch vor Gericht! Die projektgebundene Finanzierung für Natur- und Artenschutzprojekte durch die BINGO!-Umweltlotterie hat damit nicht im Geringsten etwas zu tun – eine Finanzierung, die sich im Übrigen aus den Lotterieerlösen speist und nicht dem Landeshaushalt“, erläutert Bielfeldt weiter. „Wir lassen uns das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nehmen. Die CDU täte gut daran mit Argumenten, nicht mit Drohungen zu überzeugen“, so Bielfeldt abschließend.


Pressekontakt:


Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende


Grüne verraten Widerstand gegen A20 und Fehmarnbeltquerung

Die schleswig-holsteinischen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein (LNV) empören sich über den Vorstoß in der grünen Partei, die Waffen bei der A20 und der Fehmarnbeltquerung zu strecken. Nachdem die Partei die Arbeit im Widerstand in der laufenden Periode schon einseitig den Umweltverbänden und den Menschen vor Ort überlassen hatte, verraten sie nun ihre ökologischen Grundsätze, um sich vorauseilend als Kooperationspartner anzubiedern. Eine grüne Partei ohne ihr unverwechselbares Markenzeichen hat ausgedient, bilanzieren die Umweltverbände. In der Ausgabe der Kieler Nachrichten vom 21. September 2016 war berichtet worden, dass die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold dafür plädiert, den Widerstand gegen die A20 und den Belttunnel aufzugeben.

„Mit dem Vorstoß von Monika Heinold und Andreas Tietze werden rote Linien überschritten – offenbar gerade ein Trend bei Rot und Grün bei ihrem Drang in die sogenannte „politische Mitte“. Bisher standen die Grünen in Schleswig-Holstein erfolgreich für eine nachhaltige Verkehrspolitik – dem soll nun offenbar eine Absage erteilt werden, um einer Koalition mit Rot oder Schwarz keine Steine in den Weg zu legen“, so Claudia Bielfeldt, Vorsitzende des BUND-Landesverbandes Schleswig-Holstein. Dabei sind die Argumente für eine Verhinderung dieser unsinnigen Verkehrsprojekte nach wie vor günstig besetzt. „Denn das Umweltbundesamt hat die A20 als das umweltschädlichste Fernstraßenprojekt in Deutschland bezeichnet, die Finanzierung in Berlin bröckelt und jetzt fallen einzelne Politiker der grünen Partei der Umweltbewegung in den Rücken – aus rein wahltaktischen Gründen“, so Volkher Looft, Vorsitzender des LNV. Zudem seien weder die rechtlichen Möglichkeiten bei der A20 ausgeschöpft, noch ginge es bei der Fehmarnbeltquerung um den Staatsvertrag. Den Vertrag von 2008 nun als Erkenntnisgewinn heranzuziehen ist ein Zeichen für eine unausgegorene Neuorientierung von einzelnen grünen Spitzenpolitikern.

Beide Großprojekte passen aus Sicht der Umweltverbände nicht zu den Mobilitätskonzepten des 21. Jahrhunderts und den Anstrengungen zum Klimaschutz. A20 und Beltquerung verursachen fatale Eingriffe in empfindlichste Ökosysteme und horrende Kosten für die Steuerzahler. „Die umweltbewussten Wähler in Schleswig-Holstein müssen sich jetzt fragen, ob die Grünen ökologisch fundierte Positionen für eine fragwürdige Machtpolitik opfern. Viele Menschen erwarten von den Grünen konkrete Unterstützung im Engagement gegen diese beiden Millionengräber“, so Bielfeldt abschließend.


Neues Projekt des BUND:
Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiese Schleswig-Holstein

Streuobstwiesen bieten mehr als nur Obst. Mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten wie Vögel, Fledermäuse und nützliche Insekten besiedeln diesen einzigartigen Lebensraum. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. gründet ein norddeutsches Netzwerk zu Streuobstwiesen und erfasst erstmals den Bestand in Schleswig-Holstein. „Kulturhistorisch ist Norddeutschland kein typischer Standort für Streuobstwiesen“, erklärt die BUND-Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt. „In den letzten Jahren wurden in schleswig-holsteinischen Kommunen zahlreiche Streuobstwiesen als Ausgleichsflächen für Eingriffe in die freie Landschaft angelegt. Sie besitzen eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt in der heutigen Kulturlandschaft und am Rande von Siedlungen“.

„Streuobstwiesen sind stark gefährdete Biotope in unserer Kulturlandschaft“, erläutert Projektleiterin Birte Pankau vom BUND-Landesverband die Hintergründe des Projektes. „Anders als in einigen anderen Bundesländern zählen Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein nicht zu den gesetzlich geschützten Biotoptypen. Wie viele Streuobstwiesen es in Schleswig-Holstein tatsächlich gibt und in welchem Zustand sie sich befinden, möchten wir in dem neuen Projekt gemeinsam mit unseren BUND-Gruppen vor Ort und unseren Kooperationspartnern herausfinden.“ Zentraler Bestandteil des von BINGO!-Die Umweltlotterie geförderten Projektes ist die Anlage eines digitalen Katasters. Die Standorte der Streuobstwiesen werden auf einer interaktiven Karte im Internet dargestellt. Das Projekt soll dazu beitragen, den Pflegezustand von bestehenden Streuobstwiesen zu verbessern und diese ökologisch aufzuwerten sowie die Betreuung von vorhandenen und neuen Flächen langfristig zu gewährleisten. Dazu werden auf Grundlage der erhobenen Daten im Laufe des Projektes Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für Streuobstwiesen erarbeitet und an die entsprechenden Behörden weitergegeben.


Die Bestandsaufnahme von vorhandenen  Streuobstwiesen in Schleswig-Holstein wird voraussichtlich im Herbst 2016 starten. Bereits jetzt können norddeutsche Akteure und Interessierte die kostenlose Tauschbörse für Geräte, Flächen und Früchte sowie den Veranstaltungskalender des Netzwerkes auf www.bund-sh.de/streuobstwiesen nutzen. Zusätzlich möchte der BUND mit Hilfe von Infomaterialien und Veranstaltungen Ehrenamtliche fortbilden sowie Bürger für diese artenreiche Biotope sensibilisieren und begeistern.

 

Neue Broschüre des BUND:
Bienenfreundliche Kommune – wie geht das?


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. stellt seine neue Broschüre zum kommunalen Bienenschutz vor. „Mit dieser Broschüre zum kommunalen Bienenschutz möchten wir aufzeigen, wie man vom Hobbygärtner bis zur Verwaltungsangestellten die Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen im Siedlungsraum verbessern kann“, erklärt Dr. Florian Schulz aus dem BUND-Landesvorstand. „Konkrete Beispiele für Maßnahmen und Aktionsideen sowie geeignete Pflanzen zeigen den Weg zu mehr ‚Bienenfreundlichkeit‘ in Gemeinden, Schulen und Gärten auf“. Darüber hinaus informiert die Broschüre über die Gefährdung und Schutzwürdigkeit unserer heimischen Bienen sowie deren Lebensweise. Denn Wildbienen zählen zu einer der am meisten bedrohten Tiergruppen in Schleswig-Holstein. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet.

„Eintönig gestaltete Gärten und Kommunen sind mit ihren kurzgeschorenen, blumenlosen Rasen und wenigen exotischen Pflanzen leider eher die Regel als die Ausnahme – und alles andere als ein ansprechender Lebensraum für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten“, erläutert Birte Pankau, Biologin beim BUND-Landesverband, die Hintergründe zur Erstellung der Broschüre. „Von bunten und artenreichen Gärten sowie angepassten Bewirtschaftungsmethoden in den Gemeinden profitieren nicht nur Bienen, sondern auch zahlreiche andere Tiere – und letztendlich steigt auch die Lebensqualität für uns Menschen vor Ort.“

Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. Mit Ausnahme von Spezialisten profitieren viele blütenbesuchende Insekten von naturnah und artenreich gestalteten öffentlichen Grünflächen und Gärten. Die in der Broschüre vorgestellten Teilnehmer des BUND-Wettbewerbes „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ zeigen Handlungsleitfäden auf. Sie verdeutlichen, dass sich Gemeinden nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis erfolgreich für Bienen einsetzen können. Neben vielen Hintergrundinformationen und konkreten Tipps stellen wir Ihnen die Preisträger des Wettbewerbes mit ihren Konzepten und Ideen zur Inspiration vor.
 
Die Broschüre kann kostenlos (zzgl. Versandkosten) in der BUND-Landesgeschäftsstelle bestellt werden

 

Preetz und Ratekau summen sich zum Sieg

Der BUND-Landesverband hat am Mittwoch in Kiel bekanntgegeben, welche der acht Finalisten als Preisträger aus dem landesweiten Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ in den beiden Kategorien „Dorf“ und „Stadt“ hervorgegangen sind. Die Schusterstadt Preetz (Kreis Plön) ist Siegerin der Städte und die Gemeinde Ratekau (Kreis Ostholstein) hat den ersten Platz unter den Dörfern erreicht. Die zweiten Plätze sind jeweils doppelt besetzt mit den Städten Lübeck (kreisfrei) und Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) sowie den Gemeinden Ruhwinkel (Kreis Plön) und Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein).


„In unserem landesweiten Wettbewerb haben wir Dörfer und Städte gesucht, die ihr Potenzial zur Förderung von Bienen und anderen blütenbestäubenden Insekten im Siedlungsraum nutzen“, sagt Carl-Heinz Christiansen, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Schleswig-Holstein. „Die zwei Siegerkommunen Preetz und Ratekau haben die Nase um eine Flügelbreite vorne, da sie neben einer Vielfalt an kommunalen Aktivitäten rund um Wild- und Honigbienen mit ihrer langjährigen strategischen Arbeit für Kontinuität im Bienen- und Artenschutz sorgen.“ Die Jury hat bei der Bewertung der Teilnehmerbeiträge darauf geachtet, wie die Kommunen mit vorhandenen natürlichen Wildbienen-Lebensräumen umgehen, ob Nist- und Nahrungsplätze geschaffen werden und ob bei der Anlage und Pflege von öffentlichen Flächen die Bedürfnisse von Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten beachtet werden. Relevant war auch das Engagement der Gemeinden in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. „Die jeweils doppelt besetzten zweiten Plätze verdeutlichen, wie eng die Finalisten beieinander lagen“, betont Dr. Florian Schulz aus dem BUND-Landesvorstand und Mitglied der Jury. Alle sechs platzierten Kommunen haben eine Urkunde, eine Plakette und eine große Wildbienen-Nisthilfe sowie eine bienenfreundliche Winter-Linde – den „Baum des Jahres 2016“ – erhalten.


„Wildbienen zählen zu einer der am meisten gefährdeten Tiergruppen in Schleswig-Holstein“, informiert Projektleiterin Birte Pankau. Von den knapp 300 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein gilt über die Hälfte als gefährdet. „Der Wettbewerb hat die Bekanntheit der Honigbiene genutzt, um auf die Gefährdung und Schutzwürdigkeit von Wild- und Honigbienen hinzuweisen und für mehr Bienenschutz vor Ort werben“, ergänzt Thorsten Liliental, der 1. Vorsitzende von De Immen e.V. Der norddeutsche Imkerverband unterstützte und begleitete den Wettbewerb gemeinsam mit dem bundesweit agierenden Netzwerk Blühende Landschaft als Kooperationspartner des BUND. Einige Wildbienenarten können in unseren Kommunen Ersatzlebensräume für ihre durch den Menschen zerstörten Lebensstätten in der Natur finden. Mit Ausnahme von Spezialisten profitieren viele blütenbesuchende Insekten von naturnah und artenreich gestalteten öffentlichen Grünflächen. Angepasste Bewirtschaftungsmethoden in den Gemeinden sind deshalb von unschätzbarem Wert. „In unserem Wettbewerb verstehen wir die Biene als Vermittlerin für buntere und artenreichere Städte, wovon letztendlich viele Lebewesen und auch wir Menschen profitieren werden“, so Birte Pankau.


Fortschritt für Naturschutz in Schleswig-Holstein

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein begrüßt den heutigen Beschluss des Landtages, das Landesnaturschutzgesetz und weitere Naturschutz-Vorschriften zu novellieren. Zwar seien einzelne, wichtige Änderungsvorschläge nicht übernommen worden, unterm Strich sei das neue Gesetz aber ein Gewinn für den Natur- und Umweltschutz in Schleswig-Holstein. „Der Natur im Land geht es nicht gut. Alle Untersuchungen zeichnen weiterhin ein deprimierendes Bild vom Zustand der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein, insbesondere auf den landwirtschaftlichen Flächen. Ein verbesserter ordnungsrechtlicher Schutz ist deshalb schon lange notwendig gewesen. Diese Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes wird zwar keine Wunder bewirken, ein starkes Ordnungsrecht ist jedoch ein wichtiger Pfeiler beim Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, stellt Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende, fest. „Bedauerlich ist allerdings, dass weder im Wald- noch im Jagdrecht substantielle Verbesserungen erzielt werden konnten. Hier wäre mehr möglich.“


Der BUND begrüße insbesondere, dass zukünftig keine gentechnisch veränderten Organismen im Umkreis von 3000 Metern um Naturschutzgebiete ausgebracht werden dürften. Auch sei es ein kleiner Fortschritt, dass der Jagd- und Artenschutzbericht offenbar in einen umfassenderen Bericht zur biologischen Vielfalt überführt werden soll. Dass das Vorkaufsrecht nun wieder als Instrument für die Naturschutzbehörden zur Verfügung stehe und die Kreisnaturschutzbeauftragten verpflichtend werden, sei ebenso ein Erfolg. Auch die Wiedereinführung einer klar definierten, sogenannten ‚Positiv-Liste‘ für naturschutzfachliche Eingriffe, wird nach Bewertung des BUND zu einer Entlastung der Naturschutzbehörden führen und notwendige Klarheit für Investoren schaffen.  „Die generelle Stoßrichtung des Gesetzesentwurfes zeigt in die richtige Richtung: Freiwilligkeit und Ordnungsrecht sind als zwei Seiten einer Medaille zu sehen“, lobt Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer. „Ob die neue Fassung des Landesnaturschutzgesetzes zum Erfolg wird, hängt jedoch von der finanziellen und personellen Ausstattung der Naturschutzbehörden und dem Kooperationswillen der Flächennutzer ab. Für beides muss dringend mehr Geld bereitgestellt werden. Den Schutz von Mutter Natur gibt es nicht zum Nulltarif. Große Herausforderungen liegen noch vor uns – insbesondere im Bereich Landwirtschaft. Diese muss endlich ökologischer und klimafreundlicher werden“, schließt Eggers ab.


Verlängerung der Kormoranverordnung: Verstoß gegen Vogelschutz


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein kritisiert die Verlängerung der Komoranverordnung durch die Landesregierung. Für die pauschale Abschuss- und Vergrämungserlaubnis gäbe es nach Bewertung des BUND weder nachvollziehbare Gründe, noch sei dies mit EU- und Bundesrecht vereinbar. Der BUND fordert die Landesregierung auf die Verlängerung der Kormoranverordnung zurückzuziehen. „Die Einführung der Kormoranverordnung war schon ein Fehler – sie nun zu verlängern, obwohl weiterhin keine überzeugenden Nachweise für die Notwendigkeit vorliegen, ist eines grünen Umweltministeriums unwürdig“, erklärt Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer. „Wenn in Einzelfällen durch wissenschaftliche Untersuchungen ein ursächlicher Zusammenhang  zwischen Kormoranen und dem erheblichen wirtschaftlichen Misserfolg eines bestimmten Fischereibetriebes nachweisbar ist, dann kann eine Abschussgenehmigung für genau diesen Fall akzeptabel sein. Mit pauschalen Abschusserlaubnissen ohne nachvollziehbare Begründung muss jedoch Schluss sein“, fordert Eggers weiter.

Die Kormoranverordnung des Landes erlaubt den Abschuss von Kormoranen an allen fischereilich genutzten Gewässern mit Ausnahme vom Nationalpark und von Naturschutzgebieten. Auch in einzelnen EU-Vogelschutzgebieten in Schleswig-Holstein darf auf den Kormoran geschossen werden. Die Bundesgesetzgebung und das EU-Recht setzen dagegen hohe Maßstäbe für solche Genehmigungen an. So müsse unter anderen ein ‚erheblicher wirtschaftlicher Schaden‘ nachgewiesen werden. Ebenso hat die EU-Kommission vorgegeben, dass zunächst lokale und einzelfallbezogene Alternativen zum Abschuss geprüft werden, bevor dieser genauso lokal und einzelfallbezogen erlaubt werden kann. Dem widerspreche laut BUND die ganze Logik der pauschalen Kormoranverordnung des Landes.

Ganz besonders trifft dies auf das EU-Vogelschutzgebiet des Plöner Sees zu: In diesem ist der Kormoran Zielart, das heißt, das Gebiet ist als Schutzgebiet ausgewiesen worden, um den Kormoran zu schützen. Die Landesregierung erlaubt mit der Verordnung aber gerade in diesem Schutzgebiet explizit die Jagd auf den Kormoran.  „Mehr Missachtung vor EU-Recht geht kaum“, empört sich Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein. „Kormorane fressen Fisch, ja. Die meisten davon sind aber ohne große Bedeutung für den Fischereimarkt“. Trotzdem erlaubt die Landesregierung pauschal in großen Teilen des Landes den Abschuss und die Vergrämung. Dies hat schon zu deutlichen Populationsveränderungen beim Kormoran geführt und zieht außerdem weitreichende Kollateralschäden nach sich, etwa durch die Störung anderer Wasservögel. „Damit werden die Vogelschutzbemühungen des Landes an anderer Stelle ad absurdum geführt“, fasst Langguth zusammen.

 

Alles öko, oder was? –
Neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein e.V. stellt seine neue Broschüre zu ökologischem Saat- und Pflanzengut vor. „Rechtzeitig zum Beginn des Gartenjahres 2016 präsentieren wir die neue Broschüre zum Thema ökologisches Saat- und Pflanzengut. Mit dieser Broschüre möchte der BUND insbesondere die Gartenfreunde einladen, durch den Einsatz von ökologischem Saat-und Pflanzengut ihren Teil zu einer gesünderen Umwelt beizutragen“, erläutert Initiator Dieter Peters-Kühnel von der BUND-Kreisgruppe Pinneberg. Ökologisches Saatgut kann selbst vermehrt werden und wird so gezüchtet, dass die Pflanzen sich auch ohne Pestizide gegen Krankheiten behaupten können“, so der Umweltschützer weiter. Denn ein wichtiger Anlass für die Erstellung dieser informativen Broschüre sei unter anderem die mögliche Wiederzulassung des Pflanzengiftes Glyphosat in Deutschland und der EU in diesem Jahr.

Glyphosat – Hauptbestandteil des Pflanzenvernichters Roundup – wurde von der Weltgesundheitsorganisation als ‚wahrscheinlich krebserzeugend‘ eingestuft und ist wohl auch schädlich für viele Bodenorganismen. Ergänzend bieten die Glyphosat-Hersteller herbizid-kompatibles Saatgut an, welches meistens nicht samenfest ist. Das heißt, das Saatgut kann nicht selbst vermehrt werden. Landwirte und Hobbygärtner geraten so in die Abhängigkeit von Saatgutherstellern, die jedes Jahr aufs Neue quasi steriles Saatgut auf den Markt bringen. „Es gibt also sehr gute Argumente für ökologische Anbaumethoden sowohl in den häuslichen Gärten als auch in der Landwirtschaft. Gesunde Böden, sauberes Trinkwasser und eine unbelastete Nahrung sind unerlässlich für unser aller Gesundheit und Wohlbefinden“, erläutert Peters-Kühnel abschließend.

Der BUND möchte mit Informationen und Beratung dazu beitragen, dass weitere Verunreinigungen unserer Böden und Gewässer vermieden sowie der Rückgang der biologischen Vielfalt verhindert werden.  Die kostenlose Broschüre ist landesweit erhältlich und kann über die BUND-Kreisgruppe Pinneberg oder die BUND-Landesgeschäftsstelle bezogen werden.

 

Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins

In die Endrunde gesummt

Die Jury des BUND-Wettbewerbs „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ hat aus den vorliegenden Bewerbungen vier Gemeinden und vier Städte ausgewählt. Diese acht Kommunen haben sich damit für die Endrunde des landesweiten Wettbewerbs qualifiziert: Halstenbek, Ratekau, Ruhwinkel und Timmendorfer Strand sowie Bad Schwartau, Lübeck, Preetz und Schleswig. Im April 2016 wird die Jury den Top 8 einen Besuch abstatten, um die endgültigen Sieger auszuwählen. „Die Wettbewerbsjury war von der hohen Qualität der Bewerbungen beeindruckt und freut sich, die beschriebene Vielfalt an kommunalen Aktivitäten rund um Wild- und Honigbienen bei den Ortsterminen selbst zu erleben“, sagt Dr. Florian Schulz vom BUND-Landesvorstand. „Die bereits aktiven Dörfer und Städte in Schleswig-Holstein können als Vorbilder im Bienenschutz für andere Kommunen dienen.“  „Wildbienen zählen zu einer der am meisten gefährdeten Tiergruppen in Schleswig-Holstein“, informiert Projektleiterin Birte Pankau. „Mithilfe des Wettbewerbs möchten wir aufzeigen, wie die Lebensbedingungen für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten im Siedlungsraum verbessert werden können.“

Der BUND-Landesverband hatte 2015 zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem norddeutschen Imkerverein De Immen e. V. und dem bundesweit organisierten Netzwerk Blühende Landschaft (NBL), die schleswig-holsteinischen Kommunen dazu aufgerufen, sich an dem erstmals stattfindenden Wettbewerb zu beteiligen. Diese 14 Kommunen sind dem Aufruf gefolgt und haben sich mit bereits bestehenden oder zukünftig geplanten Maßnahmen und Aktionen im kommunalen Bienenschutz beworben: Bad Schwartau (Kreis Ostholstein), Großhansdorf (Kreis Stormarn), Halstenbek (Kreis Pinneberg), Lübeck (kreisfrei), Neustadt (Kreis Ostholstein), Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Preetz (Kreis Plön), Ratekau (Kreis Ostholstein), Rodenäs (Kreis Nordfriesland), Ruhwinkel (Kreis Plön), Schenefeld (Kreis Pinneberg), Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg), Sievershütten (Kreis Segeberg) und Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein).

Der Wettbewerb findet im Rahmen des BUND-Projektes „Naturschutz in der Gemeinde“ statt und wird von der BINGO!-Umweltlotterie gefördert. Die Sieger des Wettbewerbs werden im Mai 2016 bekannt gegeben und mit einer Plakette als „Bienenfreundliche Kommune“ ausgezeichnet.
 

 

Fracking ist klimaschädlich und gefährdet Wasserressourcen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein, hat die Landesregierung aufgefordert, sich der Mehrheit der Umweltminister der Länder anzuschließen und am Freitag im Bundesrat für ein generelles Verbot der umstrittenen Fracking-Technologie zu stimmen. Es reiche nicht, Fracking lediglich in bestimmten Gebieten auszuschließen.  „Die Mehrheit der Umweltminister der Bundesländer hat sich für ein umfassendes Fracking-Verbot ausgesprochen. Am Freitag muss Ministerpräsident Torsten Albig im Bundesrat jetzt Butter bei die Fische geben. Mehrfach hat er sich kritisch zu Fracking geäußert. Wir erwarten, dass er nun auch einem Fracking-Verbot zustimmt. Es gibt keinen Grund, bei uns in Schleswig-Holstein oder anderswo in Deutschland zu fracken“, sagt Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt. Das geplante Fracking-Gesetzespaket räume außerdem direkt Betroffenen bzw. Anwohnern keine ausreichenden Mitsprachemöglichkeiten ein. Die von der Bundesregierung geplante Gesetzgebung würde Fracking in großem Stil ermöglichen, befürchtet Bielfeldt. „Das ist inakzeptabel. Die Anwendung der Fracking-Technologie zur Gewinnung von Erdgas oder Erdöl aus tiefen Erdschichten birgt hohe ökologische Risiken und die eingesetzten Flüssigkeiten können Böden und Gewässer verunreinigen. Zudem ist Fracking klimapolitisch kontraproduktiv und verzögert die Energiewende. Es gibt viele Gründe, warum die Technologie verboten werden muss“, sagt Bielfeldt.
 
Die Energiewende könne nur gelingen, wenn konsequent auf erneuerbare Energien umgestiegen werde. Der Ausstieg aus fossilen Energiequellen und mehr Energieeffizienz müssten im Klimaschutzjahr 2015 entschlossen vorangebracht werden. „Im Vorfeld der im Spätherbst in Paris stattfindenden Weltklima-Konferenz würde ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz der Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik großen Schaden zufügen“, ergänzt Manfred Naumann, Experte des Landesverbandes für TTIP und Fracking.
 

 

Knickschutzregeln sind akzeptabler Kompromiss

 Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute von Umweltminister Habeck vorgestellte Neuregelung zum Knickschutz. Aus Sicht des BUND ist aber eine stringente Kontrolle notwendig. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat heute geänderte rechtliche Bestimmungen zum Knickschutz vorgestellt. Zukünftig soll der Schutzstreifen (bisher Saumstreifen genannt) von 50 Zentimetern auf Äcker begrenzt werden, Grünland wäre nicht mehr betroffen. Der Beschnitt soll alle drei Jahre erlaubt sein, allerdings nun senkrecht in einem Abstand von einem Meter zum Fuß des Knickswalls. Wird der Schutzstreifen freiwillig auf einen Meter verbreitert, wird dieser angerechnet auf die 5 % ökologischen Vorrangflächen, die Landwirte auf ihren Betriebsflächen schaffen müssen, um die vollen finanziellen EU-Fördermittel zu erhalten.


„Der Vorschlag ist ein akzeptabler Kompromiss. Einerseits wird den betriebswirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft Rechnung getragen, andererseits fällt das gesamtgesellschaftliche Ziel der Erhaltung unserer heimatlichen Natur- und Kulturlandschaft nicht völlig unter den Tisch“, kommentiert Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des BUND die neue Regelung. „Besonders das Festhalten am Schutzstreifen und den finanziellen Anreiz, diesen freiwillig auf einen Meter zu erweitern begrüßen wir. Die Verkürzung des Schnittzeitraumes auf drei Jahre ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn die zukünftige Praxis zeigt, dass diese Ausnahmeregel, die für Knickgehölze mit starkem Breitenwachstum gelten soll, nicht missbraucht wird “, ergänzt Bielfeldt. Die geplante Aufnahme der Kompromissregelung in das Landesnaturschutzgesetz wäre aus Sicht des BUND auch Gelegenheit, die bisherigen Ausnahmen beim Biotopschutz für Knicks auf den Prüfstand zu stellen. Zudem haben Stichproben des BUND in der Vergangenheit gezeigt, dass bestehende Regeln immer wieder verletzt werden: „Gesetze und Verordnungen können nur greifen, wenn sie auch kontrolliert und Verstöße konsequent sanktioniert werden. Die Behörden müssen endlich personell und materiell in die Lage versetzt werden, ihren gesetzlichen Auftrag auch erfüllen können“, fordert abschließend Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND- Landesverband Schleswig-Holstein.



 
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