Willkommen auf der Homepage der BUND-Ortsgruppe Norderstedt!

25 Jahre BUND-Ortsgruppe Norderstedt 1987 - 2012



BUND aktuell  

 

Knickschutz darf nicht aufgeweicht werden


Das Verfahren mehrerer Bauern gegen die Knickschutzregeln des Landes wurde am 20. November 2014 vom Oberverwaltungsgericht ausgesetzt, um dem Umweltministerium Zeit  für eine Nachbesserung zu geben. Der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein fordert Minister Habeck auf, nun mehr Rechtssicherheit herzustellen, ohne die Schutzbestimmungen der Biotopschutz-Verordnung aufzuweichen. „Das Umweltministerium muss die Verfahrenspause jetzt nutzen, um den bestehenden Knickschutz in Schleswig-Holstein abschließend und rechtssicher festzuzurren. Minister Habeck muss Rückgrat gegenüber dem Bauernverband zeigen und die verbindliche Einhaltung des Saumstreifens an den Knicks rechtlich absichern. Knicks haben im waldarmen Schleswig-Holstein eine so wichtige Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft, dass ihr Schutz uneingeschränkt gesichert werden muss“, erklärt Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schleswig-Holstein.
Knicks sind ein ebenso empfindliches, wie wichtiges Ökosystem in Schleswig-Holstein. Durch die Ausweitung agrarindustrieller Anbaumethoden, insbesondere Mais-Monokulturen, ist dieses immer mehr bedroht. Seit letztem Jahr sieht die Biotopverordnung einen einheitlichen Knicksaum von 50 Zentimetern vor, der die für Schleswig-Holstein charakteristischen Wallhecken (Knicks) schützen soll und bei Pflegemaßnahmen nicht verletzt werden darf. In früheren Fassungen des Landesnaturschutzgesetzes war sogar ein Schutzstreifen von einem Meter vorgesehen. Diese Regelung wurde jedoch durch die CDU-geführten Landesregierungen ersatzlos gestrichen. „Knicks sind eine der letzten Inseln der biologischen Vielfalt“, so Tobias Langguth, BUND-Referent für Naturschutz. „Den Knicksaum auf einen halben Meter zu begrenzen war schon ein großes Entgegenkommen für die Agrarindustrie. Damit die Knicks ihre ökologische Wirkung voll entfalten können, ist eigentlich ein Schutzstreifen von einem Meter und der Verzicht auf das seitliche Aufputzen der Knickgehölze notwendig.  Jetzt das böse Wort „Enteignung“ ins Spiel zu bringen, verschweigt, dass dem eine widerrechtliche Landnahme durch die Landwirte gegenüber steht, weil es immer wieder vorkommt, dass Äcker durch Umpflügen von Randbereichen erweitert werden.“ 


Weiterführende Informationen zur BUND-Position zum Knickschutz finden Sie unter:
http://www.bund-sh.de/knickschutz

 

 

Ein Schlafplatz für Igel und Co
So wird der Garten winterfest

Wenn die Tage kürzer und kühler werden, ist der richtige Zeitpunkt, um den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Der BUND Schleswig-Holstein empfiehlt, nützlichen Gartenbewohnern vor Beginn des Winters einen Überwinterungsplatz zu schaffen und die Pflanzen und Beete für die kommende Saison herzurichten. „Herbstlicher Großputz und übertriebener Ordnungssinn im Garten schaden der Tierwelt in unseren Gärten und Siedlungen“, gibt Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband zu bedenken. „Viele Gärten sind so eintönig und aufgeräumt, dass Igel und andere Kleintiere dort keinen überlebenswichtigen Schlafplatz für den Winter mehr finden“. Gartenbesitzer können mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen. Verblühte Stauden sollten nicht im Herbst zurückgeschnitten werden, sondern bis zum nächsten Frühjahr im Garten verbleiben. Sie bieten in den Wintermonaten Nahrung für Vögel sowie Unterschlupf für Insekten und Spinnen. Insektenlarven, beispielsweise von nützlichen Wildbienen, überwintern häufig in den Stängeln. Vögel suchen die vertrockneten Pflanzen nach Samen und Raupen ab. Wer anfallendes Laub und Schnittgut von Bäumen und Sträuchern im Herbst nicht entsorgt, sondern zu Haufen aufschichtet, bietet Igeln und anderen Kleintieren einen sicheren Überwinterungsplatz. „Laub ist kein Abfall, sondern eine hervorragende Einrichtung der Natur im Nährstoffkreislauf“, so Birte Pankau. Deshalb sollte man das Laub im Garten nicht entfernen, sondern unter Hecken und Büschen sowie auf Blumen- und Gemüsebeete verteilen. Die Laubschicht schützt den Boden und bietet Unterschlupf für Kleintiere. Bis zum Frühjahr können die Blätter langsam verrotten. Rechtzeitig zur neuen Gartensaison im Frühjahr lassen sich die Reste als natürlicher Dünger in den Boden einarbeiten. Um Zufahrten und Gehwege wegen Rutschgefahr laubfrei zu halten, sollte man unbedingt auf Laubsauger oder -bläser verzichten. Die orkanartigen Windgeschwindigkeiten dieser Geräte stören das Bodenleben und wichtige Bodenfunktionen. Zudem benötigen sie viel Energie.


Der BUND rät, Vogelnistkästen erst im Frühjahr zu säubern, um mögliche Wintergäste nicht zu stören. Nistkästen erfüllen auch im Winter wichtige Funktionen, da sie einen schützenden Unterschlupf für überwinternde Vögel, Fledermäuse, Insekten und Haselmäuse bieten.


Adressen deutscher Igelschutzvereine

Hier finden Sie eine Liste von Adressen deutscher regionaler Igelschutzvereine, an die Sie sich direkt wenden können, wenn Sie Ansprechpartner für die praktische Igelhilfe in Ihrer Nähe suchen.

http://www.pro-igel.de/igel-links/adressen.html

Igel Hotline: Ansagedienste bzw. Faxabruf rund um die Uhr für jahreszeitlich abgestimmte Informationen über Igel:

Tel: 08382-3021 u. -6032

Faxabruf: 08382-3022



Gericht beanstandet Elbvertiefung


Zwischenerfolg für die Elbe:

Bundesverwaltungsgericht moniert Fehler der Planung und wartet Entscheidung des EuGH zur Weservertiefung ab

 Die endgültige gerichtliche Entscheidung über die geplante Elbvertiefung verzögert sich. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig verkündete heute, dass der Planfeststellungsbeschluss an mehreren Fehlern leidet, die einzeln und in ihrer Gesamtschau zum Erfolg der Klage führen würden. Das Gericht könne jedoch heute nicht endgültig entscheiden, sondern müsse auf eine im Frühjahr 2015 erwartete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zum EU-Wasserrecht warten. Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF sehen sich durch die heutige Entscheidung in ihrer Auffassung weitgehend gestärkt: „Wir begrüßen natürlich, dass das höchste deutsche Gericht viele unserer Kritikpunkte an der Planung bestätigt hat. Auch können wir nachvollziehen, dass die EU-Vorschriften sorgfältig geprüft und vom Europäischen Gerichtshof ausgelegt werden sollen, weil die Entscheidung eine Signalwirkung für viele Flüsse hat“, so die Umweltschützer. Die im „Aktionsbündnis Lebendige Tideelbe“ zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Ansicht, dass die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Nord in ihren Planungen wichtige Vorgaben des europäischen Umweltrechts gravierend missachtet haben. „Unser Anspruch ist es, die Elbe in einen guten Zustand zu bringen, wie es das europäische Wasserrecht vorsieht. Gesprächen haben wir uns in der Vergangenheit nicht verweigert und das gilt auch für die Zukunft.“ Der Verlauf des gesamten Planungsverfahrens seit 2007 zeige, wie nötig es sei, die deutsche Flusspolitik neu auszurichten. Alle als Bundeswasserstraße genutzten Flüsse in Deutschland sind in einem schlechten oder mäßigen ökologischen Zustand, die Elbe ist hier keine Ausnahme.

Weitere Strombaumaßnahmen und Vertiefungen würden dem gesetzlichen Verbesserungsgebot entgegenstehen, denn die Mitgliedsstaaten der EU sind durch die europäische Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet, bis zum Jahr 2015 einen „guten ökologischen Zustand“ der Gewässer wiederherzustellen.Mit rund 40 Mio. Kubikmetern will die Hafenwirtschaft drei Mal mehr Sediment aus dem Fluss baggern als bei der letzten Vertiefung im Jahr 1999. Es besteht das Risiko, dass das Ökosystem der Elbe dann durch veränderte Strömungsverhältnisse, erhöhten Schwebstofftransport und sinkenden Sauerstoffanteil so stark geschädigt wird wie die Ems, die bereits zum Sanierungsfall geworden ist. Aus Sicht der Umweltschützer ist weiterhin eine Kooperation der drei norddeutschen Häfen die ökologisch und volkswirtschaftlich beste Lösung. „Eine Zusammenarbeit der drei Hafenstandorte ist ein Beitrag, um den Anforderungen an die Umwelt und die
Schifffahrt gleichermaßen gerecht zu werden“, so die Verbände. Es sei unverantwortbar, die Elbe und deren einzigartige Natur für wenige Großcontainerschiffe weiter zu zerstören, während im seeschifftiefen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Kurzarbeit herrsche.


Bündnis für Vielfalt auf dem Acker gegründet

Schleswig, 20.05.2014 – Vertreter eines breiten Bündnisses schleswig-holsteinischer Verbände von Bioland, Demeter, Naturland, BUND, BIÖRN, Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Schleswig-Holstein, De Immen und dem schleswig-holsteinischen Landesimker-verband haben am vergangenen Sonntag auf dem Gottorfer Landmarkt in Schleswig Landwirtschaftsminister Robert Habeck die „Schleswiger Erklärung für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft“ überreicht. Darin fordern die Bündnispartner politische Rahmenbedingungen, unter denen eine bienen-, wildtierfreundliche und nachhaltige Landwirtschaft ermöglicht wird. Mit der Erklärung wollen die Verbände einen engen fachlichen Austausch zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Imkerschaft und weiteren gesellschaftlichen Akteuren mit dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium anregen. Ziel ist es, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, damit sich zukünftig wieder eine bunte Blüten- und Artenvielfalt auf Äckern und auf dem Grünland einfinden kann.

Dem Bündnis gehören zurzeit folgende Verbände an: Bioland, Biopark, Demeter, Naturland, BUND, NABU, BIÖRN, Ökoring, Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Schleswig-Holstein, De Immen, Landesverband Schleswig- Holsteinischer und Hamburger Imker und das bundesweit agierende Netzwerk Blühende Landschaft. Das Bündnis freut sich über weitere Mitstreiter, um die Vielfalt zu fördern und zu fordern.

 

BUND-Jugend startet Naturtagebuch-Wettbewerb

Kiel, den 7. Mai 2014. Die Wiesen sind übersät von Gänseblümchen, drum herum brummen Bienen und Kaulquappen schlüpfen. Dieses ist der richtige Moment, um die Natur mit Notizblock, Fotoapparat und Lupe zu erforschen und im Wald, Garten oder Balkonkasten zu erleben - wie es blüht und riecht, krabbelt und kriecht.

Manfred Mistkäfer, das Maskottchen des Naturtagebuch-Wettbewerbs, ruft alle wissbegierigen Kinder auf, rauszugehen und ihr Naturtagebuch für den Landes-Wettbewerb 2014 anzulegen - Kreativität und Forscherdrang sind keine Grenzen gesetzt. Mitmachen lohnt sich, denn für jedes eingereichte Naturtagebuch vergibt Manfred Mistkäfer einen Preis. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2014.Das Naturtagebuch ist ein Naturerlebnis-Wettbewerb der BUNDjugend für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren: Die Kinder können alleine oder in Gruppen die Natur in ihrer Umgebung über einen längeren Zeitraum beobachten und ihre Entdeckungen in einem Naturtagebuch kreativ darstellen. Hierbei kann geschrieben, gemalt, fotografiert und gebastelt werden. Das Naturtagebuch wurde am 29. März 2014 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Diese Ehrung erhalten Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Seit 1993 sensibilisiert Manfred Mistkäfer jedes Jahr über 7500 Kinder bundesweit für die Natur in ihrer Umgebung. In Schleswig-Holstein findet der Landeswettbewerb ab diesem Jahr statt. Das zum Projekt gehörende Manfred Mistkäfer Mitmach-Magazin beantwortet den jungen Forschern viele Fragen zum Thema Natur. Hier gibt Manfred Mistkäfer Anregungen und Infos zum Beobachten, Forschen, Basteln und Spielen. Auch Eltern und Lehrer gehen nicht leer aus; sie finden im beiliegenden Ideenmarkt viele Impulse und Ideen für gemeinsame Aktionen sowie Hintergrundinformationen zum Naturtagebuch. Das Jahresthema 2014 lautet: Luft.

Die BUNDjugend Schleswig-Holstein hält für alle Naturtagebuch-Schreibenden zusätzlich eine Menge spannender Infos und Tipps zum Wettbewerb bereit. Wir stellen Begleithefte für Pädagogen und Familien sowie ein Tipps-Heft für Kinder zur Verfügung.

Für weitere Informationen:
Kontakt: Miriam Zielke, Tel. 0431-6 60 60-60
Links: www.naturtagebuch.de , www.bundjugend-sh.de , www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

 

Matjes statt Hai und Aal: Fischbrötchen mit gutem Gewissen


Der BUND appelliert an die Verbraucher: Nicht alles gehört auf den Tisch beziehungsweise aufs Brötchen. Besonders am Weltfischbrötchentag laden Fischköstlichkeiten zu einer leckeren Mahlzeit ein. Beliebt und als Delikatesse bekannt sind zum Beispiel Aal und „Schillerlocke“. Doch diese „Fischarten“ sind vom Aussterben bedroht. „Aale werden erst spät geschlechtsreif und laichen nur einmal am Lebensende ab“, erklärt Meeresbiologin Stefanie Sudhaus vom BUND Landesverband Schleswig-Holstein. „Zudem behindern verbaute Flussläufe die Wanderung und Umweltgifte vermindern die Fortpflanzungsfähigkeit.“ Schätzungen zufolge wird der Europäische Aal in 20-30 Jahren in Europa ausgestorben sein. Eine Zucht in Gefangenschaft gelingt bisher nicht. Wer Schillerlocke oder Seeaal isst, lässt sich dagegen vom Namen täuschen. Beides sind Handelsbezeichnungen für Produkte aus dem Dornhai (Squalus acanthias), einer stark gefährdeten Haiart unserer Gewässer. Da der Fang in europäischen Gewässern verboten ist, wird Dornhai einfach aus anderen Ländern importiert. Der BUND ruft daher zu einem Fischbrötchengenuss mit Bedacht auf: Hai und Aal gehören nicht auf den Teller. Stattdessen sollte man lieber auf weniger bedrohte Fischarten wie den Hering, vorzugsweise aus Nord- und östlicher Ostsee, zurückgreifen – und diese mit gutem Gewissen genießen.


Hintergrundinfos:
Aale schlüpfen in der Sargassosee im Atlantik und wandern im Verlauf mehrerer Jahre in die europäischen Binnengewässer. Viele Jahre später kehren sie in die Sargasso-See zurück, laichen und sterben – der Kreislauf ist geschlossen. Doch weil er meist unterbrochen wird, zum Beispiel durch die Verbauung von Flüssen, durch Parasiten und Umweltgifte, ist der Bestand fast ausgerottet. Da es nicht gelingt, Aalnachwuchs in Gefangenschaft zu erzeugen, müssen in großen Mengen Glasaale gefangen werden. Aalzucht ist eine Aalmast und schützt keineswegs den natürlichen Bestand vor der Auslöschung. Auch Dornhaie vermehren sich nur sehr langsam. Eine Verdopplung des Bestands gibt es theoretisch nur alle 14 Jahre. Da der Dornhai lange stark überfischt wurde, ist er nun stark bedroht und darf in der EU nicht mehr befischt werden. Zudem lagern sich im fettreichen Fleisch von Hai und Aal Umweltgifte wie Methylquecksilber oder Dioxin an und gelangen über den Konsum dieser Tiere auch in den Menschen.

 

Alternative Bootsanstriche:

BUND für giftfreies „Ahoi“


Zum Start der Segelsaison appelliert der BUND an Boots-Eigentümer, auf giftige Schiffsanstriche zu verzichten. Die sogenannten Antifouling-Zusätze werden genutzt, um eine Besiedlung des Schiffsrumpfes durch Pflanzen und Tiere zu verhindern. Doch die Gifte werden von Fischen und Muscheln aufgenommen und gelangen so auch in die Nahrungskette des Menschen. Darüber hinaus schaden sie durch ihre hormonelle Wirkung dem gesamten Ökosystem Meer. „Gerade für Boote, die im Süßwasser zum Einsatz kommen und daher keinen hartnäckigen Bewuchs aufweisen, sind giftige Anstriche verzichtbar. Hier eignen sich neue, äußerst abriebfeste Epoxy-Anstriche ohne Giftzusatz“, erklärt Meeresbiologin Stefanie Sudhaus vom BUND-Landesverband Schleswig-Holstein. Der Bewuchs könne nach der Saison ohne Schwierigkeiten mit  Bürsten entfernt werden.

Hintergrund:
Sogenannte Antifouling-Substanzen werden unter die Schiffsanstriche gemischt. Sie werden aus diesen im Laufe der Zeit langsam wieder abgegeben. Die Gifte verhindern nicht nur den Bewuchs, sondern gelangen ins  Gewässer. Dort lagern sie sich in den Hafensedimenten an. Viele dieser Stoffe sind hormonell wirksam und haben weitreichenden Einfluss auf unsere Ökosysteme – und landen über die Nahrungskette auch auf unseren Tellern.

 

Pestizide in Kommunen verzichtbar


Der BUND Schleswig-Holstein appelliert an Kommunen, bei der Pflege gemeindeeigener Flächen auf Pestizide zu verzichten. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel reduzierten die Artenvielfalt. Sie schädigten vor allem Vögel und Insekten, gegebenenfalls sogar ganze Biotope. Der BUND verweist auf alternative Verfahren zur Wildkrautentfernung wie thermische und mechanische Methoden. Dazu zählen Geräte, die mit heißem Dampf arbeiten, spezielle Kehrmaschinen und natürlich die gute alte Handarbeit. Eine vorausschauende Bauplanung und geeignete Baumaterialien verhindern einen späteren ungewollten Bewuchs. Kommunen können sogar Kosten einsparen, indem sie den Pflegeaufwand durch den Rückbau von versiegelten Flächen reduzieren. „Von bunten Wiesen anstelle trister Betonwüsten profitieren nicht nur Tiere wie Schmetterlinge, sondern auch die Bürger und Bürgerinnen in der Kommune“, betont Diplom-Biologin Birte Pankau vom BUND-Landesverband.

Um den Kommunen die Umstellung auf alternative Pflegekonzepte zu erleichtern und ihnen die Vorteile schmackhaft zu machen, bietet der BUND Hilfestellung mit einem Tagesseminar an: In Kooperation mit dem Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) veranstaltet der BUND am Do., 27.02.2014 das Seminar „Pestizide und Artenvielfalt“ im BNUR in Flintbek. Die Veranstaltung informiert über die von Pestiziden ausgehende Gefahr für Mensch und Natur und alternative Pflegemethoden. Es werden Kommunen vorgestellt, die seit Jahrzehnten erfolgreich auf Pestizide verzichten.

 

Norderstedt als Fairtrade Town anerkannt

  

fairtrade

Die Zentralstelle Fairtrade Deutschland in Köln hat Norderstedts Bewerbung als Fairtrade Town detailliert  geprüft und für gut befunden. Damit ist Norderstedt  in  den Kreis derjenigen Städte aufgenommen, die sich in besonderer Weise für den fairen Handel einsetzen, damit Menschen in den ärmsten Ländern der Welt unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und davon auch überleben können. Nach Angaben der Weltbank muss fast die Hälfte der Weltbevölkerung mit dem Gegenwert von maximal 2,50 US$ am Tag sämtliche Bedürfnisse decken. Die umfangreiche Arbeit zur Vorbereitung der Bewerbung hat sich damit gelohnt, worüber sich die Steuerungsgruppe natürlich sehr freut. Unter Leitung von Franz  Maletzke (Weltladen) und Michael Lamprecht (Norderstedt Marketing) wurden diverse Partner aus Einzelhandel, Gastronomie, Kirchengemeinden und Schulen gewonnen, um das für eine Fairtrade Stadt erforderliche Angebot an fair gehandelten Produkten anzubieten und selbst zu nutzen. Natürlich sind weitere Partner aus Groß- und Einzelhandel, Gastronomie und sonstigen Bereichen hoch willkommen - Interessierte können sich jederzeit an das Amt Nachhaltiges Norderstedt wenden, das die Geschäftsführung für die Steuerungsgruppe wahrnimmt. Mit „FAIRflixt goot!" Norderstedts Kaffee hat die Stadt schon lange ein Vorzeigeprodukt für den fairen Handel, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Die Steuerungsgruppe verspricht sich nun weitere positive Impulse für den fairen Handel, die über den Erfolg des fair gehandelten Kaffees in Norderstedt hinausgehen. Gegenwärtig bereitet die Steuerungsgruppe eine kleine Veranstaltung zur feierlichen Übergabe der Urkunde vor, die Norderstedt den Titel einer Fairtrade Town zuspricht. Anschließend ist weitere Arbeit erforderlich, um das Erreichte zu bewahren und auszubauen. Schließlich will Norderstedt den Titel Fairtrade Town zu Recht tragen und in zwei Jahren bei der routinemäßigen Überprüfung erfolgreich verteidigen. Alle die fair gehandelte Produkte kaufen, jedes Geschäft, jeder Gastronomiebetrieb , jede Einrichtung die faire Produkte nutzen, leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Dafür bedankt sich die Steuerungsgruppe im Namen der vielen unbekannten armen Bauern weltweit, die hochwertige Produkte erzeugen und dafür jetzt einen gerechten preis bekommen – auch mit Hilfe vieler Menschen in Norderstedt.


Ansprechpartner:
Herbert Brüning  NaNo: Nachhaltiges Norderstedt
040 / 535 95 367


Michael Lamprecht Norderstedt Marketing e.V.
040 / 32 59 89 66


Franz Maletzke Eine Welt für Alle e.V.
040 / 53 53 10 22

 

Wolfsmilchschwärmer zum Schmetterling des Jahres 2014 gekürt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes haben den Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae) zum Schmetterling des Jahres 2014 gekürt, um auf den starken bundesweiten Rückgang des Nachtfalters aufmerksam zu machen. In Schleswig-Holstein ist der Falter sehr selten, da seine Raupen eine bestimmte Nahrungspflanze zum Überleben brauchen, die Zypressen-Wolfsmilch. Der Falter steht auf der Roten Liste des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein. Durch den fortschreitenden Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte wird die Zypressen-Wolfsmilch als Nahrungspflanze für den Wolfsmilchschwärmer immer seltener.

wolfsmilchschwärmer

Aus vielen anderen Regionen Deutschlands ist der Schwärmer inzwischen sogar komplett verschwunden. „Insbesondere die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft und Fokussierung auf einzelne Feldfrüchte, wie Mais, sind für viele Schmetterlinge eine echte Bedrohung“, stellt Birte Pankau, Diplom-Biologin beim BUND-Landesverband Schleswig-Holstein, fest. Das Verbreitungsgebiet des Wolfsmilchschwärmers erstreckt sich von Nordafrika über weite Teile Europas und Asiens bis nach China. Der Wolfsmilchschwärmer gilt entsprechend der Roten Liste in ganz Deutschland als gefährdet. Wolfsmilchschwärmer haben eine Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern und gehören damit zu den größeren Nachtfaltern. Mit Beginn der Dämmerung schwirren sie ähnlich wie Kolibris vor den Blüten. Den Nektar saugen sie mit langen Saugrüsseln. Die Vorderflügel der Schmetterlinge sind hellbraun mit dunkleren Bereichen, die Hinterflügel hingegen sind auffällig rot, schwarz und weiß gefärbt. Werden sie gestört, zeigen sie diese, um mögliche Feinde abzuschrecken. Die Falter des Wolfsmilchschwärmers fliegen von Ende Mai bis Juli. Die blaugrün schimmernden Eier sind etwa einen Millimeter groß und werden in kleinen Gruppen an die Blätter der Zypressen-Wolfsmilch abgelegt. Diese Pflanze enthält zwar Giftstoffe, die Raupen werden davon jedoch nicht geschädigt. Die noch jungen Raupen sind grün gefärbt und nachtaktiv. Größere Raupen fressen auch tagsüber. Ihr rotes hinteres Horn mit seiner schwarzen Spitze ähnelt einem Stachel. Wolfsmilchschwärmer überwintern als Puppen am Erdboden zwischen Pflanzenteilen.

Seit 2003 wird der "Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des BUND gekürt, um auf die biologische Vielfalt – und ihre Bedrohung – aufmerksam zu machen. Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie kostenlos im Internet unter www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de .


A20

NABU und BUND begrüßen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zur A20 / Bad Segeberg
Notwendigkeit der Verbandsklage im Naturschutzrecht bestätigt

Neumünster, Kiel, 6. November 2013: NABU und BUND begrüßen die heutige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zum Neubau der A 20 bei Bad Segeberg. Die Richter des 9. Senats haben der Klage der beiden Naturschutzverbände stattgegeben. BUND und NABU hatten im Vorfeld die ungenügende Planungsgrundlage der A 20 im Bauabschnitt Segeberg rechtlich angegriffen, durch die u.a. die Flugtrassen von mehreren Tausend die Segeberger Kalkberghöhle nutzenden Fledermäusen beeinträchtigt werden. Mit der Urteilsbegründung sind die Richter den kritischen Argumenten von BUND und NABU zur Bedenklichkeit der Planung gefolgt. „Damit ist nun sichergestellt, dass zukünftig den Belangen des Fledermausschutzes an einem der wichtigsten Überwinterungsplätze in Europa besser Rechnung getragen werden muss“, so BUND- Landesvorsitzende Dr. Claudia Bielfeldt.

Potentialanalysen, die auf die Erhebung von Daten vor Ort weitgehend verzichten und so dazu führen, dass Schutzmaßnahmen an ungeeigneter Stelle erfolgen, sind kein geeignetes Mittel, Risiken von Eingriffen zu begegnen. „Damit hat sich auch die von den Klägern massiv kritisierte „light“-Version der Eingriffs-Beurteilung erledigt.“ Die Entscheidung bestätigt zudem die Notwendigkeit und Bedeutung der Klagemöglichkeit für Naturschutzverbände. Bundes- und Landesrecht räumen NABU und BUND ein umweltbezogenes Klagerecht ein, um Genehmigungen auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen zu lassen. „Trotz immer wieder gegenüber dem Vorhabenträger im Verfahren deutlich benannter, massiver Bedenken gegen die Planung war leider nicht das Gespräch, sondern erst die Klage von NABU und BUND vor Gericht in der Lage, der Natur zu Ihrem notwendigen Recht zu verhelfen. Wer an diesem Recht aber die Axt anlegt, gefährdet die Sicherung unseres Naturerbes“, folgert NABU-Landesvorsitzender Hermann Schultz, der damit auch entsprechenden, einseitigen durch Lobbyinteressen gesteuerten Forderungen aus Politik und Wirtschaft entschieden entgegen tritt.

 

BUND bietet Informationen zur Aquakultur


„Aquakultur- Fisch für alle?“ heißt eine neue Broschüre des BUND. Auf 24 Seiten informiert der Landesverband Schleswig-Holstein über die kontrollierte Aufzucht von aquatischen Organismen wie Fischen, Muscheln und Krebsen. Im Mittelpunkt stehen Umweltaspekte und Tierschutzkriterien. Zugleich möchte der BUND eine Diskussion über den Fischkonsum anregen. „Die allgemeine Ernährungsempfehlung, zweimal pro Woche Fisch zu essen, ist aus ökologischen Gründen nicht haltbar und trägt zur weiteren Ausbeutung natürlicher Ressourcen bei“, argumentiert BUND-Landesgeschäftsführerin Dr. Ina Walenda. Ein weiterer Anlass für den BUND, die Aquakultur in den Fokus zu rücken, ist, dass die heimische Fischproduktion innerhalb der EU und Schleswig-Holstein einen höheren Stellenwert erhalten soll. Sogar eine öffentliche Förderung durch das Land wird diskutiert. 


Die Broschüre kann auf der Homepage unter dem Link www.bund-sh.de abgerufen werden. Gedruckte Exemplare sind kostenfrei erhältlich in der BUND-Landesgeschäftsstelle in Kiel, Lerchenstraße 22 oder gegen Erstattung der Portokosten über E-Mail zu bestellen: .

 

BUND und NABU:

Sondierungsgespräche zur A 20 eingestellt

"Wir wollen keinen Prozess um seiner selbst willen und lassen nichts unversucht, um einen Schutz der unersetzlichen Fledermaushabitate im Travetal zu erreichen", so der NABU-Landesvorsitzende Hermann Schultz. "In einem Sondierungsgespräch mit dem Landesbetrieb Straßenbau und dessen Anwälten haben wir  auf Grundlage der Gutachten nochmals unsere Positionen dargestellt, um auszuloten, ob es die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung gibt."

Im Einzelnen kritisieren die beiden Verbände u.a.:


Falsche Einschätzungen und Angaben zum Erfassungsstand der Fledermäuse. Es liegen nur unzulängliche Untersuchungen aus dem eigentlichen Planungsgebiet vor. Am östlichen Stadtrand von Bad Segeberg gibt es eine FFH-relevante Hauptflugtrasse der Fledermauspopulation der Segeberger Höhle. Diese muss zwingend erhalten und gesichert werden. Die Tiere benötigen eine sichere Passage der zukünftigen A20-Trasse im Bereich ihrer jetzigen Flugwege. Weitere Einwände von NABU und BUND betreffen u.a. die rechtliche Bewertung des Lärmschutzes, die Umweltverträglichkeitsstudie, die Bedarfsplanung und Variantenprüfung, die Ausgestaltung der FFH-Verträglichkeitsprüfung und das Ausgleichskonzept.

"Leider mussten wir feststellen, dass der Landesbetrieb Straßenbau zu keiner Änderung der Verkehrsführung oder zu substantiellen Schutzmaßnahmen für Fledermäuse bereit ist. Die Probleme mit der beantragten Trasse sind so groß, das ein Schutz der Fledermäuse durch einzelne Maßnahmen nicht möglich ist. Dies könnte allein durch eine andere Trassenführung gesichert werden ", ergänzt der stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Hans-Jörg Lüth. Beide Verbände bereiten sich daher weiterhin intensiv auf die für den 22. Oktober 2013 vorgesehene Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgerícht in Leipzig vor. "Wir halten weitere Gespräche für nicht erfolgversprechend. Wir sind sicher, dass es das höchste deutsche Verwaltungsgericht nicht zulassen wird, dass eines der bedeutendsten Fledermausvorkommen Europas bei Bad Segeberg durch die Zerstörung des Naturreservats Travetals in ihrem Bestand massiv beeinträchtigt wird." stellen Hermann Schultz und Hans-Jörg Lüth abschließend fest.

Für Rückfragen:
BUND Schleswig-Holstein

 

Neuregelung zum Urlaubsfischereischein:

Kein Angelschein für Laien!


Die von Minister Habeck vorgesehene Einschränkung der Genehmigungen auf maximal zweimal 28 Tage pro Person pro Jahr ist nach Ansicht des BUND ein guter Schritt in die richtige Richtung. Grundsätzlich lehnt der BUND aber die Erteilung dieser „Urlaubsfischereischeine“ an Personen ohne fachlichen Hintergrund ab.
„Angeln ist ein schönes Hobby. Angeln darf aber kein bedenkenloser Urlaubsspaß sein und darf nur von Menschen mit nachgewiesener Sachkunde und Fischereischein ausgeübt werden“, kritisiert Hans-Jörg Lüth, stellvertretender Landesvorsitzender. „Diese haben nicht umsonst einen 30-stündigen Kurs mit Abschlussprüfung absolviert. Kein Urlauber wird sich durch Aufklärungsbroschüren quälen, deren fachlichen Inhalt er in so kurzer Zeit nur schwer  erfassen kann!“ Durch die Unerfahrenheit dieser Urlaubsangler werden auch Arten gefangen, die sich vielleicht gerade in Schonzeit befinden oder gar geschützt sind. Nur durch Abbildungen wird sich niemand auf die Schnelle als Artenkenner erweisen. Die Tiere müssen zudem durch unsachgemäße Behandlung lange leiden, bis sie endlich qualvoll verenden. 


Die Ankündigung von Geldbußen bei Nichtbeachtung der Tierschutzregelungen wird wohl kaum etwas bringen. Denn wie schon aus anderen Bereichen bekannt, wie zum Beispiel der Landwirtschaft, wird nicht genügend Personal für Kontrollen zur Verfügung stehen.

 

Alte Bäume schützen:

BUND und Landesforsten stellen Wanderbroschüre vor


Bei einer Exkursion durch das Gehege Krummland (Hüttener Berge) hat der BUND Schleswig-Holstein zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten seine neue Wanderbroschüre „Wege zu alten Bäumen in Schleswig-Holstein“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Naturwanderführer soll Touristen und Einheimische zum Wandern durch alte Waldbestände und Alleen oder zu besonderen Einzelbäumen in Schleswig-Holstein anregen.Die handliche und wasserabweisende Broschüre stellt 22 Wanderstrecken durch acht schleswig-holsteinische Landkreise sowie durch Lübeck vor. „Wir möchten möglichst viele Menschen einladen, die Schönheit der schleswig-holsteinischen Landschaft und insbesondere alter Bäume zu erfahren. Nur wer die Natur kennt, wird sie auch schützen wollen“, sagt Hans-Jörg Lüth, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Die Natur in unserer Umgebung ist nicht nur für die Naherholung unverzichtbar, sondern zieht auch zahlreiche Touristen an.“

Sechs der dargestellten Routen führen durch Waldgebiete der Landesforsten, die Kooperationspartner der Wanderbroschüre sind. „Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten setzen sich für eine nachhaltige Nutzung des Waldes ein“, so Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. „Gemeinsam mit dem BUND wollen wir Waldbesucherinnen und -besuchern die Besonderheit dieser Lebensräume näher bringen, um deren Schutz und Erhalt langfristig zu fördern“. Darüber hinaus informiert der Wanderführer, warum alte und abgestorbene Bäume für den Erhalt der heimischen Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden müssen. Von 800 Käferarten in Schleswig-Holstein, die auf den Lebensraum Holz angewiesen sind, gilt über die Hälfte als gefährdet.

Titelbild Wanderbroschüre

Der Naturwanderführer wurde von BINGO! Die Umweltlotterie gefördert. Er ist gegen Portokosten über die BUND-Landesgeschäftsstelle in Kiel erhältlich:


BUND begrüßt Gesetzentwurf zum Schutz von Wiesen und Weiden


Als "längst überfällig" bezeichnet der BUND-Landesverband den von Landwirtschafts- und Umweltminister Habeck vorgelegten Gesetzentwurf zum Schutz von Wiesen und Weiden in Schleswig-Holstein. Nach Jahren der kontinuierlichen Umwandlung von Grünland in Ackerflächen seien die Bestände der Wiesenvögel dramatisch zurückgegangen. So sank der Bestand der Uferschnepfe in den letzten zehn Jahren um bis zu 80 Prozent. Eine Ursache hierfür war die wachsende Zahl der Biogasanlagen, die zusätzliche Flächen für den Maisanbau beanspruchten. Das Bundesnaturschutzgesetz ermöglicht in § 5 seit längerem ein Umbruchverbot. Die bisherigen Landesregierungen hatten mit Rücksicht auf die agrarindustrielle Lobby keinen Gebrauch davon gemacht. "Wiesen und Weiden gehören wie die Knicks zu Schleswig-Holstein", so BUND-Landesgeschäftsführerin Dr. Ina Walenda. "Mit Robert Habeck macht jetzt ein grüner Minister endlich Ernst mit dem Schutz dieser landestypische

 

Castoren

Schleswig-Holstein darf nicht bundesweites Atommülllager werden

Die angekündigte Bereitschaft der Landesregierung, in Schleswig-Holstein Castoren aus Sellafield aufzunehmen, findet grundsätzlich die Zustimmung des BUND. Voraussetzung sei aber eine faire Lastenteilung und keine zusätzliche Belastung in der Region. Kritisiert wird vom BUND, dass bisher keine zahlenmäßige Begrenzung vorgesehen ist und dies offensichtlich einem Kuhhandel überlassen werden soll. „Keiner möchte den Atommüll zwischenlagern, doch er wurde in Deutschland leider produziert. Wir haben Verantwortung für unseren eigenen Müll.“, warnt Hans-Jörg Lüth, Stellvertretender BUND-Landesvorsitzender. „Wir haben ebenso Verantwortung für die Menschen in der Region, die ohnehin die Altlasten zweier Atomkraftwerke und den Betrieb von Brokdorf ertragen müssen. Eine zusätzliche Belastung wäre nicht hinnehmbar.“

Der BUND kann sich daher eine Zwischenlagerung von Castoren aus Sellafield in Brunsbüttel nur unter klaren Rahmenbedingungen vorstellen. Die Dauer der Zwischenlagerung muss zeitlich begrenzt werden, eine Zeitüberschreitung dabei durch Sanktionen ausgeschlossen werden. Eine Zwischenlagerung darf nur unter Einhaltung der  höchstmöglichen Sicherheitsstandards nach einem neuem transparenten Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der Bevölkerung erfolgen, es dürfen keine Kompromisse auf Kosten einer Gefährdung von Gesundheit und Umwelt gemacht werden. Weiterhin darf der Rückbau des AKW Brunsbüttel nicht behindert werden. Die Kosten dürfen nicht von der Allgemeinheit, sondern müssen allein von den AKW-Betreibern getragen werden. Die Zahl der Castoren muss klar benannt und begrenzt werden. „Schleswig-Holstein sollte nur so viele Castoren aufnehmen, wie die Schleswig-Holsteinischen Atomkraftwerke an Atommüll produziert haben.“, fordert Hans-Jörg Lüth vom BUND. „Die Gesamtbelastung für die Bevölkerung darf nicht noch weiter steigen. Sollte es sicherheitstechnisch und rechtlich möglich sein, weitere Castoren hier zwischenzulagern, muss dies an eine entsprechende Laufzeitverkürzung des AKW Brokdorf gekoppelt sein.“

Pro Jahr wird im AKW Brokdorf Atommüll für die Beladung von ca. 2,5 Castoren produziert

 


 


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